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Andreas Mikkelsen fühlt sich im neuen Volkswagen Polo sichtlich wohl
Andreas Mikkelsen fühlt sich im neuen Volkswagen Polo sichtlich wohl © Volkswagen

Mehr als 30.000 Fans beim spektakulären Auftakt der Rallye Portugal: Andreas Mikkelsen (Volkswagen) schnappt sich in der Superspecial von Lousada die Führung

Andreas Mikkelsen ist der erste Führende der Rallye Portugal. Der Norweger hat für den fünften WRC-Saisonlauf erstmals die aktuellste Version des Volkswagen Polo R WRC zur Verfügung. Dass sich Mikkelsen in diesem Boliden wohlfühlt, zeigte bereits am Vormittag seine Bestzeit im Shakedown. Am Abend setzte sich der 25-Jährige in einer kurzen Superspecial gegen die versammelte Konkurrenz durch und übernahm die Spitze. Mikkelsens Vorsprung auf seinen Teamkollegen, den Weltmeister Sebastien Ogier, beträgt nach der ersten von 16 Wertungsprüfungen aber nur eine halbe Sekunde.

Die Veranstaltung begann am Donnerstagabend mit einer 3,36 Kilometer kurzen Superspecial in Lousada. Dieser Kurs war auch Teil der Rallye, als sie 2001 zum letzten Mal in der nördlichen Region Portugals ausgetragen worden war. Es zeigte sich sofort, dass die Rückkehr in diese Gegend richtig war, denn rund 35.000 Fans hatten sich in Lousada versammelt, um die WRC-Asse in Action zu sehen. Auf einem parallelen Rallye-Cross-Kurs - ein Mix aus Schotter und Asphalt - traten die Fahrer gegeneinander an.

Interessant war die Tatsache, dass die Fahrer unterschiedliche Reifen gewählt hatten. Das Volkswagen-Trio war mit weichen Reifen unterwegs, während sich das Hyundai-Duo Hayden Paddon und Dani Sordo für die harten Michelin Schotterreifen entschieden hatten. Thierry Neuville hatte drei weiche und zwei harte Reifen zur Verfügung. Ford-Pilot Ott Tänak wählte gegensätzlich und hatte drei harte und zwei weiche Mischungen dabei.

Sebastien Ogier knapp geschlagen

Nur Bruchteile von Sekunden entschieden die direkten Duelle der Topfahrer. Weltmeister Ogier setzte sich gegen Mads Östberg, dessen Citroen nach dem Überschlag im Shakedown wieder repariert war, klar durch. "Es war okay, aber nicht einfach, weil viel Staub in der Luft hing", sagt Ogier nach seinem gewonnenen Duell. "In der Haarnadel bremste ich zu früh, aber egal, denn morgen startet die Rallye richtig."

Auch Jari-Matti Latvala (Volkswagen) hielt Sordo auf Distanz. "Ich bin die weichen Reifen gefahren, es war okay", meint der Finne im Ziel. "Vielleicht wäre der harte Reifen etwas besser gewesen, aber ich weiß es nicht." Die Reifenwahl könnte an den nächsten Tagen ein entscheidender Faktor werden. Spannend war es im Duell Kris Meeke (Citroen) gegen Neuville. Der Belgier war nur um eine Zehntelsekunde schneller als der Sieger der Argentinien-Rallye. Im Ziel checkte Neuville sofort seine Reifen: "Ich habe in dieser Prüfung einen seltenen Reifenmix ausprobiert."

Viele Fans feuern die WRC-Asse an

Mikkelsen gewann klarerweise sein Duell gegen Ford-Hoffnung Elfyn Evans. Da später weder Latvala noch Ogier oder einer der Citroen-Fahrer schneller war, ging die Bestzeit an Mikkelsen. "Es hat viel Spaß gemacht", lächelt der Blondschopf nach seiner Fahrt. "Eine tolle Art, eine Rallye zu starten. Ich bin sauber durchgekommen, aber es hing viel Staub in der Luft. Es wird ein kniffliges Wochenende, da es viele neue Prüfungen gibt. Ich freue mich auf die Herausforderung."

Wieder mit dabei ist Robert Kubica. Auch der ehemalige Formel-1-Pilot fährt einen neuen Ford Fiesta. Im Duell gegen den dritten Hyundai von Hayden Paddon setzte sich Kubica locker durch. "Ja, es war gut. Der Start war schwierig, denn wenn man auf der Innenseite fährt, hat man in der zweiten Runde viel Staub. Morgen startet eine anstrengende Rallye. Nach meiner Pause in Mexiko muss ich erst wieder das Gefühl finden", gibt Kubica zu Bedenken.

Nach dieser kurzen Showprüfung liegen die ersten 20 Fahrer innerhalb von zehn Sekunden. Auswirkungen auf die Startreihenfolge hat dieses Ergebnis nicht, denn am Freitag werden die Autos nach dem WM-Stand losgeschickt. Ogier muss die weichen Schotter-Straßen als Erster eröffnen. In der WRC2-Klasse schnappte sich Nasser Al-Attiyah (Ford) die Führung. Europameister Esapekka Lappi ist mit dem neuen Skoda Fabia R5 Vierter.

Der Deutsche Armin Kremer startet in der WRC2-Klasse und fährt einen neuen Fabia R5. Dieser Bolide wird von BRR-Racing eingesetzt, dem Team des österreichischen Staatsmeisters Raimund Baumschlager. Der Routinier gewann Anfang Mai mit dem neuen Fabia R5 auf Anhieb die Wechselland-Rallye. Youngster Marijan Griebel ist mit dem ADAC Opel-Juniorteam ebenfalls dabei.

Am Freitag beginnt die Rallye Portugal richtig. Zwei Schleifen zu je drei Prüfungen stehen auf dem Programm. Dazu zählt auch der Klassiker "Ponte de Lima" über knapp 30 Kilometer.

Gesamtwertung nach der ersten von 16. Prüfungen (Top 10):01. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) - 2:41.1 Minuten02. Sebastien Ogier (Volkswagen) +0,5 Sekunden03. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) +0,804. Robert Kubica (Ford) +1,405. Thierry Neuville (Hyundai) +2,106. Kris Meeke (Citroen) +2,207. Mads Östberg (Citroen) +2,308. Martin Prokop (Ford) +2,609. Dani Sordo (Hyundai) +2,710. Lorenzo Bertelli (Ford) +2,8

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