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Vierkampf um den Sieg in Portugal: Jari-Matti Latvala verteidigt die Führung, aber Sebastien Ogier holt stark auf - Meeke und Mikkelsen in Schlagdistanz

Die Rallye Portugal bleibt vor dem Finaltag spannend: Die ersten vier Fahrer sind vor den abschließenden drei Wertungsprüfungen am Sonntag nur durch 21 Sekunden voneinander getrennt. An der Spitze des Feldes liegen die beiden Volkswagen-Werksfahrer. Jari-Matti Latvala konnte im Laufe der sechs Samstagsprüfungen die Gesamtführung verteidigen, aber Sebastien Ogier holte mit großen Schritten auf .

In der Früh lag Ogier noch auf dem sechsten Rang und hatte 25,9 Sekunden Rückstand auf Latvala. Sechs WPs und drei Bestzeiten später war der Weltmeister schon Zweiter und es fehlen nur noch 9,5 Sekunden auf Platz eins. "Ich bin ein Risiko mit meiner Reifenwahl eingegangen", sagt Ogier zu seiner Aufholjagd. Er entschied sich am Nachmittag für drei harte und zwei weiche Reifen. Latvala setzte mit vier harten und einem weichen Reifen auf Sicherheit.

Somit ist die Rallye vor dem Finaltag komplett offen. "Ich bin noch im Rennen und werde alles geben, um die Jungs vor mir einzuholen", kündigt Ogier, der schon vier Siege in Portugal gefeiert hat, an. Latvala war mit seiner Fahrt nicht restlos zufrieden: "Ich bin enttäuscht. Wenigstens bin ich noch vorne", sagt der Finne geknickt. Am Nachmittag kam niemand an Ogiers Zeiten heran.

Meeke verzichtet auf volles Risiko

Auch Citroen-Ass Kris Meeke musste sich Ogier beugen. In WP13 wurde der Nordire überholt und übernachtet als Dritter. Citroen ist nach dem Sieg in Argentinien wieder auf dem Boden der Realität angelangt, obwohl Meeke nur 20 Sekunden auf Platz eins fehlen: "Wir müssen noch arbeiten, damit wir Volkswagen einholen." Außerdem fuhr Meeke nicht mit vollem Risiko, denn die WM-Punkte für die Herstellerwertung sind wichtig.

Meeke muss sich am Sonntag nach hinten orientieren, denn Andreas Mikkelsen hat nur noch 1,1 Sekunden Rückstand. Das Duell um den letzten Podestplatz ist eröffnet: "Es ist noch nicht vorbei. Wir werden weiterhin Druck ausüben, denn ich will am Ende ein gutes Ergebnis holen", nimmt sich Mikkelsen vor. Er will morgen mit seinen Volkswagen-Teamkollegen die große Party feiern. Nur noch die ersten vier Fahrer kommen für den Sieg in Frage, ab Platz fünf beträgt der Rückstand schon mehr als eine Minute.

Probleme bei Hyundai

Diesen fünften Rang hält Ott Tänak mit dem neuen Ford Fiesta RS WRC von M-Sport. Große Probleme hatte der Este am Samstag keine: "Ich genieße es in diesem Auto. Es fühlt sich gut an und macht Spaß." An der Spitze spielt Ford in Portugal genauso wie Hyundai keine Rolle. Thierry Neuville überschlug sich schon in der ersten Prüfung des Tages und war ausgeschieden. Sein Teamkollege Dani Sordo fand heute kein gutes Gefühl zu seinem i20 und hält Platz sechs der Gesamtwertung.

Hayden Paddon ist dahinter Siebter, doch in WP13 roch sein Hyundai stark nach Öl: "Nach einem Kilometer haben wir einen Stein getroffen, der wie in Argentinien das Getriebe gebrochen hat", berichtet der Neuseeländer. "Wir haben das komplette Getriebeöl verloren." Auch von Mads Östberg war am Samstag nicht viel zu sehen. Es gab kleine technische Probleme an seinem Citroen. Außerdem fand Östberg ähnlich wie Sordo keinen optimalen Rhythmus. Als Achter ist der Norweger auf Kurs zu WM-Punkten.

Die Top 10 runden die beiden Ford-Privatiers Robert Kubica und Martin Prokop ab. Kubica hatte bisher eine weitestgehend reibungslose Rallye. "Ich bin zufrieden. Wenn wir morgen so weitermachen, dann ist es meine beste WRC-Rallye", lächelt der ehemalige Formel-1-Pilot zufrieden. "Ich bin zufrieden, denn ich sitze nach drei Monaten Pause in einem neuen Auto." Sein neuer Fiesta wird in Portugal von M-Sport betreut.

Skoda in der WRC2 auf Podestkurs

Hinter den Top 10 folgen bereits die WRC2-Fahrer, wo lange ein spannender Dreikampf um Platz eins herrschte. Routinier Nasser Al-Attiyah (Ford Fiesta RRC) behauptete am Samstag die Führung, doch das Skoda-Duo war dem Dakar-Sieger lange auf den Fersen. Erst in WP13 konnte sich Al-Attiyah etwas Luft verschaffen. Europameister Esapekka Lappi büßte in der letzten Prüfung des Tages 24,4 Sekunden ein. "Eine hintere Radaufhängung ist gebrochen", berichtet der Finne. Trotzdem hält Lappi mit 49 Sekunden Rückstand den zweiten Platz.

Auch sein Skoda-Teamkollege Pontus Tidemand hatte technische Probleme: "Ich habe die Bremsen komplett verloren. Das machte es in den Haarnadeln schwierig. Das gehört aber zur Entwicklungszeit eines neuen Autos dazu." Das Skoda-Werksteam ist trotz dieser Schwierigkeiten auf den Plätzen zwei und drei der WRC2-Klasse. Der Deutsche Armin Kremer, in einem neuen Fabia R5 vom Baumschlager-Team im Einsatz, schied nach WP11 aus. Am Sonntag warten noch drei Prüfungen. Zweimal wird die legendäre Fafe-WP vor zehntausenden Fans gefahren.

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