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Thierry Neuville hat kein Interesse an einer Rückkehr zu M-Sport
Thierry Neuville hat kein Interesse an einer Rückkehr zu M-Sport © xpbimages.com

M-Sport-Boss Malcolm Wilson würde am liebsten Thierry Neuville zurückholen, doch der Belgier hat kein Interesse - Neuville fährt auch 2016 für Hyundai

Malcolm Wilson machte in den vergangenen Tagen viel Werbung um den neuen Ford Fiesta RS WRC. Die Rallye-Schmiede M-Sport hat in der Teambasis im Nordwesten Englands den Motor und weitere technische Details des Boliden gründlich überarbeitet. Mit diesem Evolutionsschritt will man die Hersteller Volkswagen, Citroen und Hyundai herausfordern. Außerdem sprach sich Wilson dafür aus, dass sein Wunschfahrer Thierry Neuville wäre und er den Belgier für das kommende Jahr liebend gerne zurückholen würde.

Neuville wurde mit M-Sport im Jahr 2013 Vizeweltmeister und fährt seither für Hyundai. Mit Ausnahme eines Sieges und einiger Podestplätze blieben die großen Erfolge bisher aus. Seit Sebastien Loeb die Rallye-Szene verlassen hat, beherrscht Sebastien Ogier die WM. Selbst wenn M-Sport oder Citroen ein gleichwertiges Fahrzeug wie Volkswagen auf die Beine stellen kann, macht am Ende der Fahrer den Unterschied aus.

Viele im Fahrerlager trauen Neuville zu, es fahrerisch mit Ogier aufnehmen zu können, wenn er konkurrenzfähiges Material zur Verfügung hat. In Schweden hätte es im direkten Duell gegen Volkswagen beinahe mit dem ersten Saisonsieg 2015 geklappt. Hyundai hält große Stücke auf Neuville. Und auch er selbst hegt derzeit keine Abwanderungsgedanken.

"Ich denke, dass ich mich diesbezüglich klar ausgedrückt habe: Ich werde im nächsten Jahr ganz sicher bei Hyundai bleiben", bestätigt Neuville. "Ich bin jetzt zwei Jahre beim Team und wir entwickeln etwas gemeinsam. Okay, es dauert etwas länger als gedacht und es war auch etwas schwieriger, aber die Zukunft sieht für 2016 großartig aus. Das neue Auto kommt und wir haben große Hoffnungen damit."

Bei Hyundai konnte Neuville bisher nicht den gleichen Erfolg wie Ogier bei Volkswagen feiern. Im ersten Jahr des Polo wurde der Franzose sofort Weltmeister. Neuville muss sich bei Hyundai länger gedulden. Trotzdem wird Wilson seinen Wunschfahrer nicht überzeugen können, zurück zum britischen Traditionsteam zu wechseln.

Bevor Neuville 2013 bei M-Sport eine Saison gefahren ist, wurde er von Citroen als Nachfolger von Loeb beziehungsweise Ogier aufgebaut. Da man Neuville keine komplette Saison garantieren konnte, bot ihm Wilson ein Auto an. Nach diesem erfolgreichen Jahr im Ford Fiesta kam das Werksangebot von Hyundai.

Wilson setzt seit einigen Jahren auf den Nachwuchs. Derzeit sind Elfyn Evans und Ott Tänak unter Vertrag. Vor allem Evans gilt als Zukunftshoffnung. "Man darf mich nicht falsch verstehen, ich bin mit meinen beiden Fahrern sehr zufrieden", stellt Wilson klar und ergänzt: "Wenn es aber um die Zukunft geht, dann sehe ich mir alle an." Die überarbeitete Version des Fiesta soll auch die Kompetenz von M-Sport in die Auslage stellen.

Als Privatteam braucht Wilson langfristig gesehen große Sponsoren oder wieder einen Hersteller als Partner. Sollte das klappen, muss ein Siegfahrer im Auto sitzen. "Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er super gearbeitet hat", sagt Wilson über Neuville. "Sollte ich das Budget haben und von einem Hersteller unterstützt werden, dann würde ich versuchen ihn wieder zu verpflichten."

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