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Jari-Matti Latvala war am Freitagabend ein gefragter Mann in der Media-Zone
Jari-Matti Latvala war am Freitagabend ein gefragter Mann in der Media-Zone © Volkswagen

Volkswagen ist in Portugal wieder im Spitzenfeld: Hinter dem Führenden Latvala liegen auch Mikkelsen und Ogier nach Etappe eins auf aussichtsreichen Positionen

Sieben Fahrer innerhalb einer halben Minute - in Portugal hat sich ein packender Kampf aller vier Hersteller innerhalb der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) entwickelt. Ganz vorn: Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila im Polo R WRC. Nach 104,45 von insgesamt 324,18 WP-Kilometern führen sie die Rallye Portugal mit 11,1 Sekunden Vorsprung vor Kris Meeke/Paul Nagle (Citroen) an. Nur weitere 4,9 Sekunden zurück rangieren ihre Volkswagen Teamkollegen Andreas Mikkelsen/Ola Flöne bei ihrem Debüt mit dem Polo R WRC zweiter Generation auf der dritten Position.

Die Doppelweltmeister Sebastien Ogier/Julien Ingrassia liegen als drittes Volkswagen-Duo ebenfalls in Reichweite zum Podium - als Sechste mit 25,9 Sekunden Rückstand zu Latvala/Anttila. Der Freitag bei der Rallye Portugal war geprägt von rutschigen Schotterstrecken und viel losem Sand - aufgewirbelter Staub inklusive. Mit jedem World Rally Car verbesserten sich die Chancen auf Bestzeiten. Angesichts ihrer Tabellenführung in der Weltmeisterschaft hatten Ogier/Ingrassia die Ehre, die Route zu eröffnen, Mikkelsen/Flöne gingen als Dritte, Latvala/Anttila als Neunte auf die Strecke.

Am Samstag folgt der mit 165,08 WP-Kilometern längste Tag der Rallye Portugal, die erstmals seit 2001 wieder im Norden des Landes ausgetragen wird. Die Reifenwahl wird dabei eine mitentscheidende Rolle spielen. Mit der jeweils zur Verfügung stehenden Menge der weichen und harten Michelin-Wettbewerbsreifen gilt es clever hauszuhalten. Die Volkswagen-Fahrer setzten am Freitagmorgen auf weiche, am Nachmittag auf eine Kombination aus weichen und harten Reifen.

Ogier nicht unzufrieden

"Julien und ich sind mit unserer Leistung wirklich zufrieden", meint Ogier nach seinem schwierigen Tag. "Wir haben alles gegeben, leider hatten wir am Morgen etwas Pech mit einem Plattfuß gleich auf der ersten Wertungsprüfung. Das hat einige Sekunden gekostet und mir vor allem einen Strich durch meine Reifenstrategie gemacht. Denn so konnte ich nicht wie geplant auf den folgenden Prüfungen mit vier weichen Reifen fahren."

"Am Nachmittag waren unsere Zeiten dann richtig stark, wenn man meine Startposition bedenkt. Auf Jari-Matti haben wir kaum etwas verloren. Trotzdem wird es schwer, hier um den Sieg zu kämpfen. Aber ich gebe nicht auf und ich hoffe auf die Unterstützung den tollen Fans am Samstag und Sonntag. Das wird Julien und mir einen Extra-Schub geben."

Latvala konnte seine Startposition perfekt nutzen und in die Führung umwandeln: "Alles in allem ein sehr guter Tag für uns bei der Rallye Portugal. Auf den ersten Wertungsprüfungen bin ich es noch langsamer angegangen, habe aber nach und nach immer besser meinen Rhythmus gefunden und mehr und mehr attackiert."

"Auf der dritten Prüfung des Tages habe ich die Führung erobert und immer weiter ausgebaut. Die Bedingungen waren nicht einfach, es war sehr sandig, viele Steine lagen auf der Strecke. Mit Sicherheit hat uns heute auch die Startposition geholfen. Jetzt wollen wir morgen und übermorgen natürlich da weitermachen, wo wir heute aufgehört haben."

Mikkelsen vom neuen Polo begeistert

Auch Mikkelsen ist zufrieden, denn der die neue Generation des Polo R WRC liegt dem Norweger: "Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Rallye Portugal. Wir sind heute das Tempo gefahren, bei dem wir uns am wohlsten fühlen. Und wohl fühle ich mich im neuen Polo R WRC sehr. Das Auto reagiert wirklich in jeder Lage so, wie ich es erwarte und wie es meinem Fahrstil entgegenkommt. Ohne großes Risiko einzugehen sind wir flott unterwegs gewesen."

"Die Nachmittagsprüfungen waren etwas aufgewühlter als wir erwartet hatten. Deshalb lagen wir mit der Bodenfreiheit nicht richtig und haben den Polo etwas zu tief eingestellt. Wir haben das Beste daraus gemacht. Auch aus der frühen Startposition. Alles ist noch möglich und ich freue mich schon auf den Rallye-Samstag. Der wird mit 165 WP-Kilometern lang und anstrengend. Doch nach heute bin ich überzeugt, dass wir perfekt darauf vorbereitet sind."

Nach den Rückschlägen in Argentinien ist Volkswagen in Portugal wieder vorne. Das zaubert Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito ein Lächeln ins Gesicht: "Sieben Fahrer mittendrin im Kampf um das Podium - mehr Spannung kann man von einer WM-Rallye nicht erwarten. Alle drei Volkswagen-Piloten haben heute einen tollen Job gemacht und aus den jeweils herrschenden Bedingungen für sich das Optimum herausgeholt."

"Sebastien hatte etwas Pech mit einem Reifenschaden, hat sich am Nachmittag aber wieder eindrucksvoll zurückgekämpft. Andreas ist bei seinem Debüt mit dem neuen Polo R WRC in einem starken Tempo unterwegs und hat ebenfalls alle Chancen auf ein Podiumsresultat und womöglich den Sieg."

"Die beste Ausgangslage für die kommenden Tage hat sich allerdings Jari-Matti erarbeitet, der seine späte Startposition optimal genutzt hat. Wir sind sehr zufrieden mit dem Zwischenstand und freuen uns auf die kommenden Tage. Die unterschiedliche Reifenwahl der Topteams ist hochinteressant. Wer heute im Hinblick auf den Sieg die beste Entscheidung getroffen hat, wird erst das Endergebnis am Sonntag zeigen. Es bleibt also spannend."

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