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Sebastien Ogier muss die Rallye morgen wohl nur zu Ende bringen
Sebastien Ogier muss die Rallye morgen wohl nur zu Ende bringen © Volkswagen Motorsport

Sebastien Ogier steht vor dem Sieg bei der Rallye Italien: Weil der lange Zeit führende Haydon Paddon Probleme bekommt, hat Volkswagen keinen Gegner mehr

Sebastien Ogier hat sich am Samstag die Führung bei der Rallye Italien erobert. Der Weltmeister in Volkswagen-Diensten übernahm an einem dramatischen Tag in der 17. Wertungsprüfung die Führung von Hayden Paddon (Hyundai), der den gesamten Freitag in Front lag, am Ende des Tages aber viel Zeit verlor, weil ihn ein Getriebeproblem heimsuchte. Auf der letzten Tagesprüfung verlor er 1:46,8 Minuten auf Ogier und geht mit einem Handicap von 2:13,6 Minuten in den morgigen Schlusstag.

Ogier ist hingegen der einzige Pilot, der von größeren Problemen bei der Rallye auf Sardinien verschont wurde. Der Franzose muss seine Führung morgen nur über vier kurze Etappen retten, um den Sieg davonzutragen. "Es war ein fantastischer Tag für uns. Ich bin sehr glücklich", erklärt der Franzose, während Paddon emotional wird: "Ich möchte keine Drama Queen sein, aber die letzte Stage hat mein Herz herausgerissen", sagt er. "Ich dachte, alles wäre vorbei. Ich habe einen großen Stein getroffen und ich hätte nicht gedacht, es bis hierher zu schaffen."

Der Sieg sollte unter normalen Umständen zwar außer Reichweite sein, doch Platz zwei kann er immer noch verteidigen. Sein Vorsprung vor Citroen-Pilot Mads Östberg beträgt 72 Sekunden, die er nur über insgesamt rund 46 Kilometer verteidigen muss. Östberg profitierte vom Pech seiner Kollegen und schob sich an einem unauffälligen Tag auf Rang drei vor (+3:25,6 Minuten), verlor auf der letzten Prüfung aufgrund eines schleichenden Plattfußes aber ebenfalls viel Zeit.

Hyundai-Pilot Thierry Neuville liegt nach dem Samstag auf dem vierten Rang (+3:57,0) mit einem beruhigenden Vorsprung vor Elfyn Evans (M-Sport/+5:15,5). Rang sechs hat derzeit Jari-Matti Latvala (Volkswagen/+8:08,6) inne, der heute von zahlreichen Problemen geplagt wurde. Schon in WP13 musste er seinen Podestplatz nach einem Reifenschaden abgeben, auf WP17 ereilte ihn ein Dämpferschaden, in WP19 schließlich noch ein Aufhängungsschaden. Immerhin konnte er in WP14 für den 400. Sieg von Volkswagen sorgen.

Weitere Piloten sind nicht mehr in der Verlosung bei der Königsklasse, weil die Rallye Italien zur Ausfallorgie wurde: Ott Tänak (M-Sport) lag lange Zeit auf Podestkurs, doch weil er ein Getriebeschaden auf WP17 erlitt, kam er nicht mehr weiter und sein dritter Rang war dahin. Bereits auf WP13 erwischte es Martin Prokop mit seinem Ford, der gleichzeitig zwei Reifenschäden und ein Problem mit dem Öldruck bekam.

Sie dürfen morgen noch unter Rallye-2-Reglement fahren, wie es bereits heute viele Kollegen getan haben. Sebastien Ogier dürfte sich gefreut haben, dass gleich vier Fahrer vor ihm die Straßen kehren, doch schnell wurde die Zahl reduziert. Bereits auf WP12, der zweiten Prüfung des Tages, schied Andreas Mikkelsen (Volkswagen) mit gebrochener Aufhängung aus, kurz darauf nahm Hyundai auch Dani Sordo mit einem technischen Defekt aus dem Rennen.

Zum Schluss musste auch Robert Kubica (RK-Ford) mit einem Getriebeproblem die Segel streichen, weil er nur noch die Gänge fünf und sechs benutzen konnte. Für den Polen war es ein Tag zum Vergessen, immer wieder kam er mit Reifenschäden ins Ziel. So blieb nur noch Kris Meeke (Citroen) als Kehrmaschine übrig, was Ogier allerdings nicht daran hinderte, die Führung am Nachmittag zu übernehmen. Ab 8:16 Uhr morgen früh muss er sie verteidigen.

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