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Jari-Matti Latvala führt die Rallye Finnland nach dem zweiten Tag an
Jari-Matti Latvala führt die Rallye Finnland nach dem zweiten Tag an © Volkswagen

Mit einer starken Vorstellung am Nachmittag hat Jari-Matti Latvala die Führung bei der Rallye Finnland übernommen - Schwere Unfälle von Mikkelsen und Paddon

Vorjahressieger Jari-Matti Latvala liegt nach dem zweiten Tag der Rallye Finnland, dem achten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2015 an der Spitze, hat aber seinen Volkswagen-Teamkollegen Sebastien Ogier im Nacken. Nachdem der Franzose am Vormittag das Tempo vorgegeben hatte, schlug Lokalmatador Latvala mit Bestzeiten bei drei Wertungsprüfungen am Nachmittag zurück und übernahm die Führung. Nach zehn von 20 Wertungsprüfungen (WP) hat der Finne 2,6 Sekunden Vorsprung vor Ogier, Kris Meeke (Citroen) belegt mit 24 Sekunden Rückstand Rang drei.

Das Duell der beiden Volkswagen-Piloten hielt die Zuschauer den ganzen Tag lang in Atem . Nach einer Bestzeit von Latvala bei der ersten WP des Tages hatte am Vormittag zunächst Ogier mit drei WP-Siegen in Folge das Kommando übernommen. Bei der Königsprüfung "Ouninpohja", der schnellsten im gesamten WRC-Kalender, hatte Ogier mit einer Zeit von 15:53.9 Minuten den Streckenrekord von Harri Rovanperä aus dem Jahr 2002 gebrochen.

Doch dieser Rekord hatte nur wenige Stunden Bestand, denn am Nachmittag war Latvala beim zweiten Durchgang der "Ouninpohja" mit einer Zeit von 15:36.8 Minuten noch einmal deutlich schneller. Mit zwei weiteren Bestzeiten wandelte der Finne einen Rückstand auf Ogier von 5,3 Sekunden bei der Mittagspause in einen Vorsprung von 2,6 Sekunden um und geht damit als Führender in den Samstag.

Mikkelsen und Paddon zerlegen ihre Autos

"Ich bin sehr glücklich. Der Nachmittag ist richtig gut gelaufen, ich bin sehr zufrieden. Vor allem auf 'Ouninpohja' habe ich richtig angegriffen", sagt Latvala. Ähnlich zufrieden äußert sich auch Ogier. "Es war ein großartiger Tag für mich. Ich habe mein Bestes gegeben. Der Vormittag war richtig gut, am Nachmittag hatte ich, wie eigentlich immer in Finnland, ein paar Probleme. Nach der nationalen Rallye als Erster wieder über die Prüfungen zu fahren, ist ein großer Nachteil. Aber ich bin zufrieden, wir kämpfen um die Führung."

Doch nicht für alle Piloten verlief der Freitag so reibungslos. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) und Hayden Paddon (Hyundai) sorgten mit schweren Unfällen für Schlagzeilen. Mikkelsen hatte sich auf WP 5 mehrfach überschlagen, wobei sein Polo R WRC so stark beschädigt wurde, dass eine Reparatur vor Ort nicht möglich ist.

Rund einen Kilometer vor dem Ziel der sechsten WP erwischte es dann Paddon. Auch das Auto des Neuseeländers war schwer demoliert, doch Paddon und Beifahrer John Kenard blieben ebenso wie Mikkelsen und sein Co Ola Floene unverletzt, doch auch Paddons i20 WRC ist vor Ort nicht reparabel, sodass am Samstag ein Neustart unter Rallye2 nicht möglich ist.

Kubica scheidet mit Technikdefekt aus

Auch die beiden M-Sport-Piloten Elfyn Evans und Ott Tänak beschädigten ihre Autos. Da es in der Mittagspause keinen Service gab, mussten sie die Defekte selbst reparieren, was Evans leidlich gelang. Mit Metallschellen und einem Schraubenschlüssel konnte er die rechte Hinterradaufhängung notdürftig richten, verlor mit dem windschiefen Auto aber über zehn Minuten. Robert Kubica (Ford) schied nach der fünften WP mit einem Defekt an der Lichtmaschine aus.

Über Probleme klagte auch Meeke, der nach "Ouninpohja 1" einen Defekt einer Antriebswelle vermutete. "Für sieben, acht Kilometer fühlte es sich wie Dreiradantrieb an", hatte er gesagt. Später lief das Auto aber wieder tadellos, was Meekes Bestzeit bei WP 7 bewies. Doch dann stellte sich der Nordire selber ein Bein. Weil er zu spät zum Start von WP 9 erschien, erhielt er eine Zeitstrafe von zehn Sekunden. "Das war sicherlich kein perfekter Tag. In Finnland reichen keine 99 oder 99,5 Prozent, da braucht man 100. Ich habe alles gegeben, um aufzuholen aber das Auto war nicht perfekt", sagt er.

Rang vier belegt Meekes Teamkollege Mads Östberg, der allerdings schon einen Rückstand von 34,1 Sekunden hat. Fünfter ist Thierry Neuville (+1:49,6 Minuten), der vor allem am Vormittag viel Zeit verloren hatte. "Heute morgen konnten wir das Tempo nicht ganz mitgehen. Es war rutschig, da habe ich mich im Auto nicht wohl gefühlt", sagt er. "Der Nachmittag war dann ganz in Ordnung."

Skoda-Doppelführung in der WRC2

Auf den weiteren Rängen folgen Dani Sordo (Hyundai), Juho Hänninen und Martin Prokop (beide Ford). Rang neun belegt Esapekka Lappi (Skoda), der damit die WRC2-Wertung anführt. Der Finne nach nach zehn WP 1:08,0 Minuten Vorsprung vor seinem Teamkollegen Pontus Tidemand. Dritter der WRC2 ist Stephane Lefebvre (Citroen, +1:41,9 Minuten).

Am Samstag stehen bei der Rallye Finnland acht Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänger von 130,68 Kilometern auf dem Programm. Wer diese Live verfolgen will, muss früh aufstehen. Die elfte WP wird schon um 7:08 Uhr MESZ gestartet.

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