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Laut Teamchef Nandan wird Thierry Neuville "zu 200 Prozent" weiter für Hyundai fahren
Thierry Neuville ist der Nummer-1-Fahrer im Hyundai-Werksteam © xpbimages.com

Hyundai erhöht den Druck auf Thierry Neuville: Der Belgier ist nicht mehr so schnell wie in der Vergangenheit - Großes Lob dagegen für Hayden Paddon

In den vergangenen Monaten schrieb vor allem ein Hyundai-Fahrer Schlagzeilen: Hayden Paddon. Der Neuseeländer beeindruckte die Rallye-Szene mit seinen Leistungen. Höhepunkt waren Platz zwei in Italien und Rang vier in Polen. Auch wenn es Rückschläge wie den spektakulären Crash in Finnland gab, zeigte bei Paddon die Formkurve nach oben. Als Belohnung darf der 28-Jährige die Rallye Australien im Hyundai-Werksteam bestreiten.

Auf der anderen Seite zeigte die Formkurve bei Thierry Neuville nach unten beziehungsweise stagnierte. Der eigentliche Nummer-1-Fahrer konnte zwar regelmäßige Ergebnisse rund um Platz fünf einfahren, doch er glänzte zuletzt nicht mit seinem Speed. Lediglich bei der Winterrallye in Schweden konnte der Belgier eine starke Leistung zeigen und Volkswagen herausfordern. An diese Form knüpfte er im weiteren Saisonverlauf nicht mehr an.

Mittlerweile hinterfragt auch Hyundai den teuren Nummer-1-Fahrer, dem das Potenzial zugetraut wird, mit einem konkurrenzfähigen Auto Weltmeister Sebastien Ogier herausfordern zu können. "Wir haben nach Finnland lange miteinander gesprochen, um zu sehen, ob wir ihm helfen können oder ob es irgendwelche Probleme gibt", wird Hyundai-Teammanager Alain Penasse von 'Autosport' zitiert. "Wir haben ihm bestimmte Elemente gezeigt, damit er sieht, dass er stagniert." Zuletzt in Deutschland musste sich Neuville auch Teamkollege Dani Sordo beugen.

"Obwohl er nicht mit uns übereinstimmt, gibt es Leute, die ihn beobachten und uns sagen: 'Er ist nicht so schnell wie früher.' Und das sind nicht Zuschauer, sondern ehemalige Fahrer. Leute, die den Rallye-Sport kennen", führt Penasse weiter aus. "Wir waren ehrlich zu ihm und haben ihm gesagt, dass wir nicht mehr den Thierry von der Vergangenheit sehen. Damit er jetzt Fünfter wird, braucht er zwei Reifenschäden und zwei Ausfälle vor ihm."

Seit zwei Jahren fährt Neuville für das Hyundai-Werksteam. Abgesehen von einem Sieg im Vorjahr und einigen Podestplätzen stellten sich keine großen Erfolge ein. Hyundai hat keine Chance gegen Volkswagen und auch Citroen und Ford sind von der Pace her schneller. Ist Neuville demotiviert, weil Siege außer Reichweite sind? "Es gibt einen internen Kampf zwischen den Fahrern", meint er. "Manche nehmen mehr Risiko als ich. Ich sehe keinen Grund, warum ich mit Risiko die zweit- oder drittbeste Zeit aufstellen muss. Mit dem aktuellen Auto ist nicht mehr möglich."

Für die kommende Saison entwickelt Hyundai ein neues Auto, der ein deutlicher Schritt nach vorne sein soll. Wird 2016 Paddon ins Werksteam transferiert, um Neuville unter Druck zu setzen? "Wir sind sehr glücklich mit Hayden, weil er Fortschritte macht", lobt Penasse. Mit 80 WM-Punkten ist Neuville dennoch als WM-Fünfter der bestplatzierte Hyundai-Fahrer. Mit seiner Konstanz besteht auch noch die Chance, in der Endabrechnung erster Volkswagen-Verfolger zu sein.

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