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Nach zwei vergeblichen Anläufen feiert Volkswagen bei der Rallye Deutschland einen triumphalen Dreifachsieg - Sechster Saisonerfolg für Sebastien Ogier

Zwei Mal war Volkswagen bei der "Mission Heimsieg" gescheitert, doch der dritte Anlauf wurde zu einem triumphalen Erfolg. Sebastien Ogier gewann die Rallye Deutschland, den neunten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2015 vor seinen Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen und machte damit einen weiteren großen Schritt in Richtung WM-Titel Nummer drei. Für Volkswagen war es der dritte Dreifachsieg in dieser Saison .

"Das ist ein großer Sieg, ich bin sehr erleichtert. Der Druck war an diesem Wochenende groß, denn jeder hat den Sieg von uns erwartet. Nun ist es sogar ein Dreifachsieg, und ich bin meinem dritten Titel ein Schritt näher gekommen. Ich bin wirklich glücklich", sagt Ogier nach der Zieldurchfahrt.

Der Triumph von Volkswagen hätte an diesem Wochenende nicht deutlicher ausfallen können. Von der ersten Wertungsprüfung an dominierten die Wolfsburger und hielten die Konkurrenz auf Distanz. Nachdem Ogier und Latvala zu Beginn um die Führung kämpften, schlug am Samstagnachmittag das Pendel in Richtung des amtierenden Weltmeisters aus.

Hyundai übernimmt Rang zwei bei den Herstellern

Die Vorentscheidung im Kampf um den Sieg fiel dann bei der 16. Wertungsprüfung, dem zweiten Durchgang der "Königsprüfung" Panzerplatte lang. Dort nahm Ogier Latvala 15,3 Sekunden ab, womit die Positionen an der Spitze bezogen waren. Latvala konzentrierte sich in der Folge darauf, das Ergebnis für seinen Hersteller abzusichern. Zum Abschluss der Rallye hatte der Finne dann noch ein Erfolgserlebnis und gewann die Powerstage, womit er sich drei Zusatzpunkte sicherte.

Mikkelsen stand in Deutschland klar im Schatten seiner beiden Teamkollegen, zeigte aber eine solide Leistung und durfte sich im Ziel über das sechste Podiumsresultat in dieser Saison freuen. Angesichts eines klaren Vorsprungs auf Platz vier war der Norweger ab Samstagnachmittag als Testpilot unterwegs und erprobte ein neues Differential, das bei der nächsten Asphaltrallye auf Korsika zum Einsatz kommen soll.

Die Hyundai-Piloten Thierry Neuville und Dani Sordo, die im vergangenen Jahr bei der Rallye Deutschland die Plätze eins und zwei belegt hatten, konnten der Volkswagen-Übermacht in diesem Jahr nichts entgegensetzen. Die beiden lieferten sich ein spannendes Duell um Rang vier, welchem Teamchef Michel Nandan allerdings mit Blick auf die Konstrukteurswertung per Teamorder ein Ende setzte.

Nächster Rückschlag für Citroen-Pilot Meeke

So wurde Sordo Vierter, während sich Neuville mit Platz fünf zufrieden geben musste. Dennoch sagt der Belgier: "Es war eine gute Rallye für uns. Wir hatten einen guten Kampf mit Dani. Auf einigen Prüfungen war ich aber mit der Abstimmung nicht ganz zufrieden. Ich muss dem Team danken, das Auto hat keine Probleme gemacht." Durch dieses Ergebnis übernahm Hyundai in der Herstellerwertung Platz zwei von Citroen.

Für die Franzosen endete die Rallye Deutschland enttäuschend. Kris Meeke war zwar schnell unterwegs und lag am ersten Tag zunächst auf Rang vier, doch dann warf der Nordire zum vierten Mal in Folge ein gutes Ergebnis durch einen Fahrfehler weg. Nach einem Abflug in die Wiese brach die Radaufhängung seines Citroen, wodurch Meeke mehr als zehn Minuten verlor.

Darüber konnten ihn auch Platz zwei und zwei Punkte bei der Powerstage nicht hinweg trösten: "Ich habe am ersten Tag etwas dummes gemacht und bin sehr enttäuscht." Teamkollege Mads Östberg konnte seine Schwäche auf Asphalt nicht überwinden und wurde nur Siebter. Positiv setzte sich bei Citroen nur Junior Stephane Lefebvre in Szene, der bei seinem ersten Start im WRC-Auto gute und konstante Leistungen zeigte und als Zehnter einen WM-Punkt mitnahm.

Erneuter Skoda-Triumph in der WRC2

Das Duell der M-Sport-Fahrer entschied Elfyn Evans für sich. Der Waliser zeigte seine gewohnt fehlerfreie Leistung, gewann die 18. Wertungsprüfung und kam als Sechster ins Ziel, während Teamkollege Ott Tänak nach einigen Fahrfehlern mit Rang acht vorliebnehmen musste. Hayden Paddon (Hyundai) komplettierte als Neunter die Top 10, Robert Kubica (Ford) war am Samstag nach einer Kollision mit einem "Hinkelstein" ausgeschieden und ging am Sonntag unter Rallye2-Regel wieder an den Start.

In der WRC2-Wertung feierte Skoda-Pilot Jan Kopecky einen souveränen Sieg. Der Tscheche im Fabia R5 hatte im Ziel mehr als vier Minuten Vorsprung auf Eric Camilli (Ford Fiesta R5), Dritter der Klasse wurde Quentin Giordano (Citroen DS3 WRC). Der deutsche Skoda-Youngster Fabian Kreim feierte ein gutes WM-Debüt und fuhr unter die Top 10 der Klasse, während sein Markenkollege und Landsmann Armin Kremer ausschied.

In der WM-Wertung führt nach neun von 13 Läufen Ogier mit 207 Punkten vor Latvala mit 114 Zählern. Kommt Ogier beim nächsten WM-Lauf, der in drei Wochen in Australien stattfindet, vor seinem Teamkollegen ins Ziel, ist er vorzeitig Weltmeister. Auch in der Herstellerwertung ist Volkswagen der dritte Titel in Folge kaum mehr zu nehmen.

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