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Der Sieg bei der Rallye Deutschland war einer der süßesten von Sebastien Ogier
Der Sieg bei der Rallye Deutschland war einer der süßesten von Sebastien Ogier © Volkswagen

Sebastien Ogier löst das Versprechen an Volkswagen-Boss Winterkorn ein und beschert seinem Hersteller den Heimsieg bei der Rallye Deutschland

Im dritten Anlauf hat Volkswagen mit Sebastien Ogier endlich den Sieg bei der Rallye Deutschland geschafft. Damit löste der amtierende Weltmeister ein Versprechen ein, das er uns seine Teamkollegen im vergangenen Jahr Volkswagen-Boss Martin Winterkorn gegeben hatten. Bei der Pressekonferenz nach der Rallye spricht Ogier darüber, wie viel ihm dieser Sieg bedeutet, für den er sogar seine Paradedisziplin Powerstage herschenkte.

Frage: "Sebastien, Ihr 30. Sieg für Volkswagen und alles was bei der ADAC Rallye Deutschland für Volkswagen bisher nicht rund lief, ist nun vergessen. Ein großartiger Sieg, ein großartiger Dreifach-Sieg. Wie fühlen Sie sich am Ende der Rallye?"Sebastien Ogier: "Wirklich sehr gut. Wir alle fühlen uns fantastisch, nach den ganzen Schwierigkeiten hier in den letzten Jahren ist es wirklich klasse, uns alle hier oben auf den Podium zu sehen. Das ist toll für Volkswagen. Wir haben hier so viele Möglichkeiten, das fantastische Auto, fantastische Teamchefs."

"Sie haben den 30. Sieg erwähnt - es sind so um die 23 mit dem Polo in den letzten drei Jahren, oder zweieinhalb, was wirklich unglaublich ist. Was die Woche angeht, war die Rallye wirklich großartig. Ich hatte ein gutes Gefühl im Auto, es hat Spaß gemacht. Es war schön, die Rallye Deutschland unter trockenen Bedingungen zu fahren. Das passiert nicht so oft hier, aber es hat die Rallye umso besser gemacht. Jeder im Team hatte Spaß."

Frage: "Ja, der Regen hat sich bis zum Ende der Rallye zurückgehalten. Ein besonderer Sieg für das Team - aber auch für Sie. Wir haben ein großartiges Duell mit Jari-Matti Latvala in den ersten beiden Tagen erlebt. Gestern haben Sie dann Ihren Führungsanspruch förmlich den Asphalt der Panzerplatte geritzt. Diese letzte Prüfung gestern von Ihnen war wirklich außerordentlich.Ogier: "Ja, das war wirklich etwas Besonderes. Die Panzerplatte ist immer eine Schlüssel-Aufgabe in Deutschland. Meistens sind die Unterschiede sehr groß. Es ist uns gelungen, unseren Vorsprung dort zu vergrößern und danach war es zum Ende der Rallye etwas entspannter."

"Aber Jari-Matti und Miika (Anttila, Beifahrer; Anm. d. Red.) haben gezeigt, dass sie auf Asphalt richtig schnell sein können. Für mich ist es schon etwas her, dass ich zuletzt auf Asphalt so attackiert habe. Zum letzten Mal hier im vergangenen Jahr und da hatte ich zwei Crashs. Ich wusste, ich muss mich etwas anders vorbereiten. Ich hatte schon vorher gesagt, dass ich sehr motiviert war, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Ich hatte ein gutes Gefühl. Es war in mir und ich wusste, dass es gut ausgehen würde."

"Die Tests waren erfolgreich, der Polo war super. Aber ein gutes Gefühl bedeutet noch lange nicht, dass auch das Ergebnis stimmt. Für mich diesmal aber schon. Der Sieg war das Maximum. Rallye-Fahrer und andere Sportler sind immer auch ein wenig egoistisch, wir denken viel über uns nach und was wir erreichen wollen. Diesen Sieg wollte ich für mein Team nach all dem, was sie mir gegeben haben. Ich wollte damit etwas zurückgeben - das, was alle ersehnt haben. Ich bin sehr stolz auf alle."

Frage: "Sie sprachen von der extra Motivation vor diesem Event. Wir haben sie auf den Prüfungen auch ein paar ausgelassen Einlagen von Ihnen gesehen: Halb aus dem Auto auf dem Weg zu Haltelinie und ähnliches. Der Sieg kam von Herzen."Ogier: "Ja und ich habe es sehr genossen. Schon der 30ste. Das ging wie im Flug. Eins kam zum anderen und die Anzahl der Siege wuchs. Ich bin sehr glücklich. Aber dieser Sieg ist etwas Besonderes. Für das Team hat die Meisterschaft oberste Priorität - in der Fahrer- und in der Herstellerwertung."

"Direkt danach kam aber, die Rallye Deutschland zu gewinnen. Wir haben das unserem obersten Boss am Ende des letzten Jahres versprochen und wir haben es gehalten. Das ist großartig. Schon deshalb, weil ich nun nicht als Lügner dastehe. Heute war mir sogar die Powerstage egal. Glauben Sie mir, ich wollte nur ins Ziel. Es wäre dumm gewesen, zu viel zu pushen und den Dreifachsieg zu riskieren, den wir im Team so sehr wollten."

Frage: "Ja, Sie haben zu mir in der Media-Zone gesagt, dass 25 Punkte reichen. Auch ein gehaltenes Versprechen. Auf der nächsten Veranstaltung können Sie den Titel sicherstellen. Hier hat es nicht gereicht, aber in Australien ist es realistisch."Ogier: "Es wird immer greifbarer. Ich habe nicht genau nachgerechnet, aber ich habe jetzt eine echte Chance. Ich hab nun die Karten in meiner Hand, in Australien schon alles klar zu machen. Und warum nicht? Ich liebe diese Rallye, die Atmosphäre - alles ein wenig anders. Es ist etwas privater, weil nicht so viele Zuschauer kommen. Ich mag das Flair, die Straßen sind auch sehr schön. Aber jetzt feiern wir erst einmal hier und konzentrieren uns dann auf Australien."

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