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Jari-Matti Latvala hat im teaminternen Duell die Oberhand
Jari-Matti Latvala hat im teaminternen Duell die Oberhand © Volkswagen

Kleine Vorentscheidung im Volkswagen-internen Duell bei Rallye Finnland: Jari-Matti Latvala geht mit 13,2 Sekunden Vorsprung in den Schlusstag

18 Wertungsprüfungen, 17 Mal entweder Ogier oder Latvala vorn - bei der Rallye Finnland bestimmen die Volkswagen-Piloten klar das Tempo. Nach dem Großteil der Distanz liegen Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila 13,2 Sekunden vor ihren Teamkollegen Sebastien Ogier/Julien Ingrassia. Im Duell "Vize"- gegen Doppelweltmeister geht "JML" damit mit einem kleinen Polster die abschließenden 28,26 Kilometer am Sonntag an. Am Rallye-Samstag zog Vorjahressieger Latvala mit neun Bestzeiten - darunter am Nachmittag drei in Folge - seinem Gegner Stück für Stück davon.

"Es war heute der zu erwartende enge Zweikampf zwischen Sebastien und mir - und wir haben uns dabei wirklich nichts geschenkt", sagt Latvala. "Ich habe versucht, auf den Prüfungen eine saubere Linie zu fahren und nicht zu viel zu driften. Das ist mir gut gelungen und ich habe den Abstand auf über 13 Sekunden vergrößert. Gerade auf 'Jukojärv' war das wegen des heftigen Regens alles andere als leicht. Wir sind noch nicht im und am Ziel, es sind morgen noch zwei anspruchsvolle Prüfungen zu fahren. Ich muss weiterhin die Konzentration hochhalten und morgen den Sieg sprichwörtlich nach Hause fahren."

"Es war wieder ein guter Tag für Julien und mich, leider mit einem kleinen Fehler am Nachmittag", meint Ogier. "Auf der Wertungsprüfung 16 habe ich mir nach wenigen Kilometern hinten links die Felge beschädigt. Danach hatte ich die Befürchtung, mir einen Reifenschaden eingefangen zu haben. Dadurch war ich für kurze Zeit etwas zu vorsichtig unterwegs. Wenn es am Ende ein zweiter Platz wird, ist das immer noch ein großartiges Resultat für die WM-Gesamtwertung."

"Und Jari-Matti hat wirklich einen fantastischen Job gemacht. Er ist mehr als verdient vor dem Schlusstag in Führung und wenn er keinen Fehler macht, wird es fast unmöglich, ihn noch einzuholen. Ich denke, die Fans haben bis hierhin einen spannenden Zweikampf gesehen, in dem beide Piloten am absoluten Limit gefahren sind", so der Franzose.

Die Rallye Finnland, Ausgabe 2015, bleibt nach 91,2 Prozent der Distanz weiterhin ein wahrer Temporausch - mit 124,73 km/h Durchschnitt. Starker Regen am Nachmittag bremste die World-Rally-Cars nur minimal ein. Zum Vergleich: Die schnellste WM-Rallye aller Zeiten datiert aus dem Jahr 2012, als an gleicher Stelle 122,89 km/h erreicht wurden. Am Samstag sorgten die Prüfungen "Jukojärvi", "Mökkiperä" und "Horkka" für Tempi oberhalb der 120-km/h-Marke.

"Das Duell Latvala gegen Ogier ist ganz nach dem Geschmack der Fans und naturgemäß auch nach dem Geschmack von Volkswagen", sagt Teamchef Jost Capito. "Jari-Matti hat heute eine starke Leistung gezeigt und sich Zug um Zug an der Spitze abgesetzt. Er und Sebastien sind hier eine Klasse für sich. Auf 18 Prüfungen haben sie 17 Mal die Bestzeit gesetzt - das zeigt, dass sie hier das Tempo ganz klar bestimmen. Aber: Am Sonntag stehen noch einmal knapp 30 Kilometer an, auf denen Fahrer und das gesamte Team weiter fehlerfrei bleiben müssen, um diese beeindruckende Leistung auch in etwas Zählbares umzumünzen."

Und da war dann noch... ein Bär, der den Ablauf der Rallye Finnland durcheinander zu bringen drohte. Er musste vor der 13. Wertungsprüfung "Surkee" mit einem Helikopter aus den benachbarten Wäldern vertrieben werden, bevor die World-Rally-Cars mit knapp 120 Sachen im Durchschnitt vorbeifuhren. Tierischer Besuch dieser Art ist nicht gerade unüblich, wie Mental-Coach Christoph Treier zu berichten weiß. Der in Finnland lebende Betreuer von Jari-Matti Latvala hatte jüngst im eigenen Garten einen Braunbären "zu Gast".

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