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Malcolm Wilson betreibt den Rallye-Sport mit großem Enthusiasmus
Malcolm Wilson betreibt den Rallye-Sport mit großem Enthusiasmus © M-Sport/McKlein

M-Sport-Boss Malcolm Wilson wird 2016 wahrscheinlich mit Ott Tänak und Elfyn Evans weitermachen - Weiterhin ist er auf der Suche nach einem großen Partner

Ende 2012 stieg Ford als Werksteam aus der Rallye-Weltmeisterschaft aus und seither muss Malcolm Wilson sein M-Sport-Team aus eigener Kraft auf den Beinen halten. Seit Herbst 2012 konnte das britische Team zwar keine Rallye gewinnen, doch gegen die Werksteams von Volkswagen, Citroen und Hyundai schlug man sich wacker. Für die aktuelle Saison wurde der Ford Fiesta RS WRC technisch überarbeitet. Ott Tänak konnte in Polen an der Spitze mitkämpfen und fuhr auf das Podest.

In der Markenweltmeisterschaft liegt M-Sport nach der Rallye Deutschland auf dem vierten Platz, nur knapp hinter Hyundai und Citroen. "Für uns ist es kein Unterschied zu den vergangenen Jahren, seit sich Ford zurückgezogen hat. Unsere Priorität ist es sicherzustellen, dass wir weiterhin dabei sind", sagt Wilson bei 'WRC Live'. "Keine Frage, ich will weiterhin mitmischen und bin zuversichtlich, dass das der Fall sein wird."

Die Finanzierung des Projekts ist ein Knackpunkt. Mit dem Kundenprogramm der R5-Fahrzeuge hat sich ein lukratives Geschäft entwickelt. Trotzdem sucht Wilson weiter nach einem großen Partner für die Rallye-WM, sei es ein großer Sponsor oder eventuell die Rückkehr von Ford. "Wir sind im Moment nicht in der Situation, in der wir uns nach verschiedenen Fahrern umsehen können. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich mit einem Sponsor versuchen würde, die stärkste Fahrerpaarung zu bekommen."

Wilson setzt zwangsmäßig auf die Jugend. Mit Tänak und Elfyn Evans hat er vielversprechende Talente. Beide fuhren in dieser Saison auch schon auf das Podium. Deshalb bezeichnet Wilson die Chance als "sehr groß", dass er auch 2016 mit den beiden Fahrern weitermachen wird. "Es ist ein schwieriger Prozess mit den jungen Fahrern. Man muss ihnen den Druck nehmen, aber jeder reagiert anders. Nichts verleiht einem jungen Fahrer mehr Selbstvertrauen als ein gutes Ergebnis. Ich habe das so oft gesehen. Wenn sie einmal die Chance haben, gibt ihnen das psychisch extrem viel. Das ist großartig zu sehen."

Wilson von Paddon beeindruckt

Ob Tänak und Elfyns das Potenzial für einen WM-Titel haben, kann Wilson allerdings nicht beantworten: "Wenn man sich realistisch unsere Position in der Hackordnung ansieht, dann wird das wahrscheinlich nie passieren. Trotzdem haben wir immer noch die Chance Vizeweltmeister zu werden. Für uns wäre das, als würden wir Weltmeister sein. Ich habe Vertrauen in meine Fahrer." Trotzdem merkt er schmunzelnd an: "Wenn man genug Budget hätte, dann wäre Sebastien Ogier natürlich das Ziel Nummer eins."

In den kommenden Wochen wird sich dennoch der Fahrermarkt in Bewegung setzen. Die Zukunft von Mads Östberg, Kris Meeke oder Hayden Paddon ist noch offen. Wilson ist vor allem von einem Mann beeindruckt: "Für mich sticht Hayden Paddon heraus. Wenn man sich ansieht, was er in dieser Saison gemacht hat, dann ist das beeindruckend." Der Neuseeländer gab im Jahr 2013 in Spanien sein WRC-Debüt für M-Sport. Damals wurde er Achter.

Angesichts der von Paddon gezeigten Leistung, steht auch Thierry Neuville bei Hyundai unter Druck. Es tauchen immer wieder Gerüchte auf, die den Belgier zu M-Sport zurückkehren lassen. "Ich weiß es nicht, denn wir haben darüber nicht gesprochen", meint Wilson diesbezüglich. "Vor einigen Monaten habe ich gesagt, dass ich interessiert wäre, wenn er verfügbar wäre und ich das Budget hätte. Ich glaube, dass er fantastische Leistungen bringen kann. Momentan hat er eine schwierige Saison, aber er hat bei uns gezeigt, was er leisten kann. Er ist noch jung genug, dass er diese Fähigkeiten nicht verloren hat. Er wäre auf meiner Einkaufsliste."

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