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Down Under obenauf: Sebastien Ogier fliegt in Austrlien zu seinem dritten Titel
Down Under obenauf: Sebastien Ogier fliegt in Austrlien zu seinem dritten Titel © Volkswagen

Volkswagen und Sebastian Ogier können sich zum dritten Mal in Folge Rallye-Weltmeister nennen - Der Champion siegt in Australien

So spannend der zehnte Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft begonnen hatte, so eindeutig entfalteten sich die Ereignisse am finalen Tag der Rallye Australien: Auf den fünf Sonntags-Prüfungen ließ Volkswagen keinen Zweifel an seinen Titelambitionen und Sebastien Ogier keinen an seiner Stärke. Mit dem siebten Rallye-Sieg in diesem Jahr kürte sich der Franzose nach 2013 und 2014 vorzeitig auch zum Champion 2015. Auch die Wolfsburger machten ihren dritten Hersteller-Titel bereits "Down Under" klar.

Ein Sieg wäre keine Voraussetzungen für Ogier gewesen, um seiner Karriere ein drittes Rallye-Sternchen zu verleihen, wohl aber sein Anspruch. Mit einer Gesamtzeit von 2:59:16.4 Stunden setzte er sich gegen seinen Teamkollegen Jari-Matti Latvala (+12,3 Sekunden) durch, der zehn Punkte mehr hätte holen müssen, um seine eigenen Titelchancen zu wahren. Auf Platz zwei landete Kris Meeke (Citroen, + 32,6) knapp vor dem dritten Volkswagen-Fahrer Andreas Mikkelsen (+38,5).

"Es war bis hier hin eine unglaubliche Saison - die beste, die ich je hatte", freut sich der neu gekrönte Champion Ogier. "Es gab so viele gute Leistungen, aber diese war eine Besondere. Es war sicherlich eine schwierige Rallye und auf dem Papier sah es unmöglich aus, sie zu gewinnen. Das ist die perfekte Art, den Titel zu holen."

Latvala: "Es hat einfach nicht gereicht"

In der Region um Coffs Harbour im Bundesstaat New South Wales hielt sich die Spannung trotz des davon stürmenden Ogiers bis zum Ende. Mit nur 2,6 Sekunden zwischen Ogier und dem nach Tag zwei drittplatzierten Latvala gingen die Titel-Rivalen in den Sonntag. Ogier, der einen schwierigen Start in die Rallye hatte, sicherte die Bestzeiten der ersten vier Sonntags-Prüfungen und fuhr auch auf der Powerstage am schnellsten.

"Seb hat einen beeindruckenden Job gemacht. Er war besser als ich", muss auch Latvala zugeben. Der Finne musste dabei noch zittern, als ihm nach WP16, kurz vor der Powerstage, die Lichtmaschine Sorgen bereitete. "Ich freue mich, dass ich so konstant fahren konnte und keine Fehler gemacht habe", sagt er, nachdem die Probleme noch rechtzeitig gelöst worden waren. "Ich habe am Freitag- und Samstagmorgen vielleicht den Kampf um den Titel verloren. Es hat einfach nicht gereicht."

Der verdiente Dritte Meeke hatte die letzte Prüfung entspannter angehen können, nachdem sein Rivale ums Podium eine Zehn-Sekunden-Strafe erhalten hatte. Mikkelsen war zuvor eine Minute zu spät im Servicepark angekommen. "Ich habe das Wochenende genossen", so Meeke. "Es war gut, einmal den Rhythmus über ein ganzes Wochenende zu finden. Wir wissen, dass sich am Ende noch ein paar Fehler eingeschlichen haben, deswegen bin ich umso glücklicher."

Mikkelsen verpasst Podium

Mikkelsen, der noch einen Punkt als Dritter der Powerstage mitnimmt, äußerte sich indes etwas unzufrieden: "Wir haben aber mehr als Platz vier verdient - das ist nicht das, was wir uns vorgenommen hatten. Ich bin zufrieden mit meiner Performance", nimmt der Norweger aber auch etwas Positives aus Australien mit. "Ich denke, es war eine meiner besten."

Ebenfalls positiv überraschen konnte Hayden Paddon (Hyundai, +55,0), der die Rallye als Fünfter und erstmals unter einer Minute hinter den Führenden abschloss. "Wir haben ein wenig Glück gehabt, aber es war ein gutes Wochenende. Wir haben zwar nicht das Podium erreicht, aber wir sind zufrieden mit unserer Pace", so der Neuseeländer, der nahe seiner Heimat am Samstag zwei Prüfungen gewinnen konnte. Die Markenkollegen Thierry Neuville (+2:08.3) und Dani Sordo (+2:15.2) landeten auf den Rängen sieben und acht hinter Ott Tänak von M-Sport (+1:38.0).

In der WRC2-Wertung hätte es noch einmal spannend werden können, hätte Juri Protasow nicht eine Zehn-Sekunden-Strafe für einen Frühstart bekommen. Der Ukrainer hatte am Sonntag viel Zeit auf den Führenden Nasser Al-Attiyah (3:11:02.9) gutmachen können, musste sich aber schließlich mit einem Abstand von 13,5 Sekunden geschlagen geben. Platz drei ging an Abdulaziz Al-Kuwari.

Die verbleibenden Events in Frankreich, Spanien und Großbritannien will Ogier im Übrigen nun keineswegs ohne einen Anspruch auf weitere Siege angehen. Vor dem Wochenende hatte er über den möglichen Titelgewinn bereits gesagt: "Es würde auch bedeuten, dass ich den Rest des Jahres entspannter angehen und um Siege kämpfen könnte, ohne an die Weltmeisterschaft denken zu müssen."

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