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Hayden Paddon war als Fünfter bestplatzierter Hyundai-Pilot
Hayden Paddon war als Fünfter bestplatzierter Hyundai-Pilot © xpbimages.com

Während Thierry Neuville und Dani Sordo bei der Rallye Frankreich enttäuschen, sorgen die Hyundai-Junioren Hayden Paddon und Kevin Abbring für Begeisterung

Verkehrt Rollenverteilung im Team von Hyundai bei der Rallye Frankreich. Während die etablierten Piloten bei den schwierigen Wetterbedingungen auf Korsika schon früh ins Straucheln kamen, überzeugten die Nachwuchskräfte mit starken Leistungen. Und so war am Ende Hayden Paddon als Fünfter bester Pilot des Werksteams aus dem fränkischen Alzenau. Doch das war für die Mannschaft nur ein schwacher Trost. Denn da die für die Herstellerwertung gemeldeten Dani Sordo und Thierry Neuville nur auf die Plätze sieben beziehungsweise 23 kamen, ging Platz zwei in der Hersteller-WM knapp an Citroen verloren.

Für Neuville war die Rallye am Freitag schon gelaufen, ehe sie richtig begonnen hatte. Nach etwas mehr als einem Kilometer war der Belgier mit seinem i20 WRC an eine Brücke angeschlagen, hatte dabei die rechte Hinterradaufhängung beschädigt und musste aufgeben. Durch die fällige Strafzeit waren die Top 10 für Neuville unerreichbar. "Meine Rallye war nach dem Ausfall am Freitagmorgen im Grunde gelaufen. Deshalb konnte ich leider nicht um Herstellerpunkte kämpfen", sagt er. "Ich bin aber recht zufrieden damit, wie ich die Rallye beendet habe. Ich habe eine Menge gelernt und werde in Spanien zurückschlagen."

Auch Teamkollege Sordo fiel schon am Freitag entscheidend zurück. Nach einem leichten Einschlag führte eine beschädigte Felge zu einem Plattfuß. Beim notwendigen Radwechsel verlor Sordo gut zwei Minuten, und diesem Rückstand lief er im weiteren Verlauf der Rallye vergeblich hinterher.

Plattfuß wirft Sordo zurück

"Ich blicke mit gemischten Gefühlen auf die Rallye zurück. Ohne die kaputte Felge am ersten Tag hätte das ein großartiges Resultat werden können. Wenn man sich unser Tempo, vor allem heute morgen bei der gewonnenen Prüfung anschaut, dann hätten wir um das Podium kämpfen können", meint Sordo, der mit der Bestzeit bei der achten Wertungsprüfung seine Qualitäten als Asphalt-Spezialist aufblitzen lies.

Durch die Patzer der Stammfahrer mussten die Nachwuchsfahrer die Kastanien aus dem Feuer holen. Das gelang vor allem dem Neuseeländer Paddon. Nach anfänglichen Schwierigkeiten auf dem von ihm ungeliebten Untergrund Asphalt steigerte sich Paddon kontinuierlich und wurde für seine starke Fahrt mit dem fünften Platz belohnt.

"Wir haben unsere Fahrtechnik auf Asphalt an diesem Wochenende deutlich verbessert", freut sich der 'Kiwi'. "Wir müssen uns weiter steigern, aber in Anbetracht der Bedingungen bin ich zufrieden mit dem, was wir erreicht haben. Nachdem wir bei der nassen ersten Prüfung so viel Zeit verloren hatten und 15. waren, hätte ich nicht gedacht, dass wir in den Top 5 landen werden."

Starke Vorstellung von Kevin Abbring

Auf Kurs zu einem Top-5-Resultat lag bei zur vorletzten Wertungsprüfung auch Kevin Abbring. Der Niederländer hatte am Freitag mit einer Spitzenzeit bei WP 3 beeindruckt und lag zeitweilig auf Gesamtrang zwei. Diesen konnte er in der Folge nicht halten, hatte jedoch sein bestes Ergebnis in der WRC klar im Visier. Doch dann schied er nach einem Abflug bei der achten Wertungsprüfung aus.

"Es ist enttäuschend, die Rallye mit einem Ausfall zu beenden. Bei der achten WP war mein Aufschrieb in einigen Kurven einfach zu schnell", erklärt Abbring. "Ich bin am Ausgang einer Kurve von der Strecke abgekommen und einige Meter herabgerutscht. Obwohl das Auto keine sichtbaren Schäden hatte, kamen wir nicht auf die Straße zurück. Das war wirklich unglücklich, aber wir müssen das Positive sehen. Wir waren an diesem Wochenende schnell und sind stark gefahren. Darauf müssen wir bei unserer nächsten Rallye, die Großbritannien sein wird, aufbauen."

"Wir können zufrieden aus Korsika abreisen, haben jedoch den zweiten Platz in der Meisterschaft um einen Punkt eingebüßt, werden aber in Spanien zurückschlagen", lautet das Fazit von Teamchef Michel Nandan. In der Herstellerwertung steht es im Duell Citroen vs. Hyundai vor den letzten beiden Saisonläufen 184:183.

Dennoch meint Nandan: "Wir können von unserer ersten 'Tour de Corse' einiges Positives mitnehmen. Hayden und Dani haben heute hart gekämpft und wurden dafür mit den Plätzen fünf und sieben belohnt. Thierry hat sich nach der Enttäuschung vom Freitag gesteigert. Leider hat der Abflug bei der achten Wertungsprüfung Kevins starker Leistung ein Ende gesetzt. Er hat an diesem Wochenende viele Leute auf sich aufmerksam gemacht."

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