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Thierry Neuville soll sich in Wales ausschließlich auf sich selbst konzentrieren
Thierry Neuville soll sich in Wales ausschließlich auf sich selbst konzentrieren © xpbimages.com

Thierry Neuville wird in Wales nicht im Werksteam, sondern in der zweiten Mannschaft an den Start gehen - Er soll Selbstvertrauen wiederfinden

Personalveränderung bei Hyundai. Beim Saisonfinale in Wales wird Thierry Neuville nicht im Werksteam antreten, sondern für Hyundai Motorsport N. In der Regel fährt Hayden Paddon den i20 WRC mit der Startnummer 20. Gleichzeitig steigt der Neuseeländer in der Hierarchie auf und wird im Werksteam an den Start gehen. Diese Entscheidung fiel nach langen Gesprächen mit Neuville im Einvernehmen. Hyundai betont, dass man immer noch zu 100 Prozent hinter dem Nummer-1-Fahrer steht.

In den vergangenen Wochen gab es auch im Hyundai-Lager kritische Stimmen zur Leistung Neuvilles. Er ist zwar WM-Fünfter, aber bei den Rallyes ist in der Regel sein Zeitrückstand auf die Spitze sehr groß. Neuville wird meist nur durch Probleme anderer Fahrer auf die Plätze zwischen fünf und sieben gespült. Damit der Belgier wieder mehr Selbstvertrauen findet, soll er in Wales in der zweiten Reihe arbeiten und sich nicht auf die Konstrukteurs-WM konzentrieren müssen.

"Wir haben diese Entscheidung nach einem produktiven Meeting getroffen", kommentiert Neuville die Rückversetzung. "Wir haben vor den letzten Rallyes offen unsere Gedanken und Pläne für 2016 besprochen. Da ich in Wales die Nummer 20 fahren werde, habe ich keinen Druck für die WM und kann mich ausschließlich auf mein Fahren konzentrieren. Das wird wichtig, denn ich bemühe mich, mein Selbstvertrauen für 2016 wiederzuerlangen."

Neuvilles Saison begann mit dem zweiten Platz in Schweden optimal, aber seither lief es nicht mehr rund. Ein dritter Platz in Italien und ein vierter Rang in Finnland waren die besten Ergebnisse. Im zweiten Hyundai-Team hat Neuville technisch die gleichen Voraussetzungen und kann nach Herzenslust angreifen, da die Startnummer 20 in der Marken-WM keine Punkte für das Werksteam sammelt.

Teammanager Alain Penasse sagt dazu: "Wir haben diese Entscheidung nicht einfach getroffen, sondern erst nach einem langen Gespräch mit Thierry und Nicolas (Gilsoul, Co-Pilot; Anm. d. Red.). Wir wissen, dass wir in den verbleibenden Rallyes so hart wie möglich kämpfen müssen, um Platz zwei in der Marken-WM zu gewinnen. Dazu ist entscheidend, dass wir viele Punkte sammeln und die Fahrer ihr volles Potenzial zeigen." Und mit Neuvilles Leistung ist Hyundai seit Wochen nicht restlos zufrieden.

"Im Gespräch mit Thierry hat sich herausgestellt, dass wir einen Weg finden müssen, damit er sein Selbstvertrauen wiederfindet. Wir glauben, wenn wir ihm den Druck vom WM-Kampf von den Schultern nehmen, wird ihm das helfen, sich für 2016 vorzubereiten", nennt Penasse den entscheidenden Grund für den Fahrerwechsel. Gleichzeitig betont er: "Alle im Team stehen zu 100 Prozent hinter Thierry. Es ist die richtige Entscheidung für die Rallye Wales. In der Vergangenheit hat sich so ein Fahrertausch positiv ausgewirkt. Es kann für uns und für Thierry ein Vorteil sein."

Im nächsten Jahr setzt Hyundai einen völlig überarbeiteten i320 WRC ein. Der Bolide wird schon seit einiger Zeit getestet. Mit diesem neuen Auto hofft man, dass man Volkswagen herausfordern kann. "Die nächste Saison wird für uns sehr wichtig. Mit diesem einmaligen Fahrertausch kann ich meine Pace wiederfinden und mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen", glaubt Neuville. "Dann können wir gemeinsam 2016 mit größeren Ambitionen in Angriff nehmen."

"Für mich und das Team ist es momentan die richtige Entscheidung und zeigt, dass wir positiv zusammenarbeiten und solche Entscheidungen in Ruhe treffen können", sagt der Belgier. Beim Saisonfinale in Wales werden somit Dani Sordo und Padden im Werksteam fahren. In der zweiten Mannschaft sind Neuville und Kevin Abbring nominiert. Keine Veränderung gibt es übrigens bei der nächsten Rallye in Spanien. Dort wird Neuville wie gewohnt Teamkollege von Sordo sein. Paddon sitzt in Spanien am Steuer der Nummer 20.

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