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Jari-Matti Latvala übernahm am Samstag auf Korsika die Spitze
Jari-Matti Latvala übernahm am Samstag auf Korsika die Spitze © xpbimages.com

Jari-Matti Latvala geht als Führender in den Schlusstag der Rallye Frankreich, doch Elfyn Evans sitzt ihm im Nacken - Probleme für Sebastien Ogier und Robert Kubica

Der zweite Tag der Rallye Frankreich, dem zehnten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2015, wurde am Samstag von einem Zweikampf zwischen Jari-Matti Latvala (Volkswagen) und Elfyn Evans (Ford) um die Gesamtführung geprägt . Dabei holte Latvala den Rückstand auf den überraschend nach dem ersten Tag führenden Evans auf und geht mit einem Vorsprung von 2,0 Sekunden auf den Waliser in den Schlusstag der "Tour de Corse". Dritter ist Andreas Mikkelsen (Volkswagen, +30,8 Sekunden).

Nach den unwetterartigen Regenfällen der vergangenen Tage schien heute auf Korsika die Sonne, allerdings wirbelten die Nachwirkungen der Unwetter das Programm erneut durcheinander. Durch die Überschwemmungen waren Teile der Wertungsprüfung (WP) "Casamozza-Ponte Leccia" weiterhin nicht passierbar. Daher musste die als vierte WP geplante zweite Durchfahrt abgesagt werden, nachdem dort schon am Freitag (als WP 2) nicht gefahren werden konnte.

Somit mussten die Fahrer am Samstag erneut nur zwei Wertungsprüfungen absolvieren, und dabei stürmte Latvala an die Spitze. Schon bei WP 5 holte er den Rückstand auf Evans fast vollständig auf. Bei der sechsten WP machte der Finne dann weitere Zeit gut und übernahm so knapp die Spitze. Um die musste Latvala allerdings zittern, denn sein Polo R WRC lief nicht richtig rund.

Getriebeprobleme bei Latvala und Ogier

"Wir hatten ein Problem mit dem Getriebe. Ich hatte beim herunterschalten Probleme, musste auf die manuelle Schaltung wechseln und habe dadurch meinen Rhythmus verloren", berichtet Latvala. Das dürfte bei Volkswagen die Alarmglocken schrillen lassen, denn ein Getriebeproblem hatte gestern bereits Weltmeister Sebastien Ogier um alle Siegchancen gebracht.

Der Franzose war am Abend auf dem Weg in den Regroup-Bereich wegen eines Getriebeschadens liegengeblieben und war daher als Ausfall gewertet worden. Am Samstag ging Ogier zwar wieder unter Rallye2-Reglement an den Start, eine Chance auf den Sieg hat er trotz der Bestzeit bei WP 6 aufgrund der Strafzeit von zehn Minuten aber nicht mehr.

Evans hingegen kämpft am Sonntag um seinen ersten Sieg in der WRC. Der M-Sport-Pilot ließ sich von der Tatsache, dass er erstmals eine Rallye anführte, am Samstag nicht aus der Ruhe bringen, zeigte eine konzentrierte Leistung und ist damit weiter auf Kurs zu seinem besten Ergebnis in der Rallye-WM. "Das Auto hat sich sehr stark bewegt, es war schwierig, Vertrauen zu finden. Dafür ist die Zeit noch ganz gut. Es ist noch alles möglich", sagt Evans.

Robert Kubica scheidet nach zwei Reifenschäden aus

Der drittplatzierte Mikkelsen müsste bei einem Rückstand von gut einer halben Minute am Schlusstag schon über sich hinaus wachsen, wenn er noch in den Kampf um den Sieg eingreifen will. Citroen-Speerspitze ist Kris Meeke auf Rang vier. Bei einem Rückstand von 53,6 Sekunden auf die Spitze dürfte der Nordire aus eigener Kraft aber nicht mehr in den Kampf um das Podium eingreifen können.

Kevin Abbring konnte seine starke Vorstellung vom Freitag heute nicht ganz bestätigen, ist auf Rang fünf (+1:00,1 Minuten) aber weiterhin bestplatzierter Hyundai-Pilot. Mads Östberg (Citroen), Hayden Paddon (Hyundai), Bryan Bouffier, Stephane Sarrazin und Ott Tänak (alle Ford) komplettieren die Top 10. Robert Kubica (Ford), der am Freitag die erste WP zeitgleich mit Ogier gewonnen hatte, schied bei WP 5 aus, nachdem er zwei Reifenschäden erlitten hatte.

In der WRC2-Wertung hat Julien Maurin (Ford) die Führung übernommen, nachdem der zuvor in der Klasse führende Pontus Tidemand (Skoda) bei der fünften Wertungsprüfung ausgeschieden war. Auf Rang zwei der Klasse lieg Esapekka Lappi (Skoda, +16,8 Sekunden), Rang drei belegt der Deutsche Armin Kremer (Skoda, +1:26,1 Minuten).

Am Schlusstag der Rallye Frankreich sind drei weitere Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 94,91 Kilometern geplant. Start der siebten WP ist um 7:25 Uhr, die Powerstage ist für 12:08 Uhr angesetzt.

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