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Sebastien Ogier hatte am Samstag in Spanien keine Gegner (mehr)
Sebastien Ogier hatte am Samstag in Spanien keine Gegner (mehr) © Volkswagen

Nach der zweiten Etappe der Rallye Spanien führt Ogier vor seinen Volkswagen-Kollegen Latvala und Mikkelsen - Frust pur für die Ford-Fraktion

Tobte am Freitag auf der Schotteretappe der Rallye Spanien - dem vorletzten Lauf der Saison 2015 zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) - ein packender Kampf um die Führung, so hat Sebastien Ogier (Volkswagen) am Samstag auf der ersten von zwei Asphaltetappen klar das Zepter in die Hand genommen. Neben seinem eigenen Tempo (Ogier gewann fünf der acht Samstagsprüfungen) spielten dem Weltmeister Patzer seiner direkten Konkurrenten in die Karten Der Samstag in Spanien in der Chronologie.

Auf der zweiten Samstagsprüfung (WP11) verabschiedete sich zunächst der auf Rang drei liegende Ott Tänak, als er mit seinem Ford Fiesta RS WRC von M-Sport die Streckenbegrenzung traf und sich dabei das linke Vorderrad abriss. Nur eine Prüfung nach dem Crash von Tänak verabschiedete sich auch der auf Rang zwei liegende Jari-Matti Latvala (Volkswagen) aus dem Kampf um die Spitze. Der Finne schnitt eine Kurve zu stark, erwischte einen Stein und fing sich dabei einen Platten ein. Zudem wurde die Felge seines Polo R WRC beschädigt.

Seiner beiden hartnäckigsten Verfolger entledigt, hatte Spitzenreiter Ogier Luft zum Verschnaufen. Während der Franzose das Geschehen mit einem Vorsprung von rund einer Minute kontrollierte, tobte am Nachmittag ein packender Kampf um Rang zwei. Die Protagonisten: Dani Sordo (Hyundai), Andreas Mikkelsen (Volkswagen) und der nach seinem Reifenschaden aufholende Latvala. Zumindest für den Samstag entschied Latvala diesen Kampf für sich. Mit Bestzeit auf WP16 zog der Finne sowohl an Teamkollege Mikkelsen als auch an Lokalmatador Sordo vorbei und ist vor der Schlussetappe erster Verfolger von Spitzenreiter Ogier.

Volkswagen-Dreifachführung vor der Schlussetappe

Ogier allerdings liegt nach den acht Wertungsprüfungen der zweiten Etappe (WP10 bis WP17) klar auf Kurs zum Spanien-Sieg. Der seit der Rallye Australien zum dritten Mal als Rallye-Weltmeister feststehende Volkswagen-Pilot hat 54 Sekunden Vorsprung auf Latvala. "Der gesamte Tag hat Spaß gemacht. Ich bin sehr zufrieden. Das Auto lief perfekt. Dank des großen Vorsprungs kann ich es an den Stellen, wo die Piste schmutzig ist, ruhiger angehen lassen. Wenn die Straßen sauber sind, greife ich aber weiterhin voll an", versichert Ogier im Etappenziel am Strand von Salou.

Latvala bleibt nach drei Prüfungsbestzeiten nur die Erkenntnis: "Das Tempo hat heute gestimmt, aber der Vormittag lief einfach nicht nach meinem Geschmack. Es war ein bisschen unglücklich, aber so ist es halt manchmal", spricht der aktuell Zweitplatzierte seinen Fahrfehler mit anschließendem Reifenschaden auf WP11 an.

Mikkelsen folgt mit einem Rückstand von 2,9 Sekunden auf Latvala als Dritter und rundet damit eine Dreifachführung für Volkswagen ab. Hyundai-Speerspitze Sordo ist mit weiteren 4,5 Sekunden Rückstand Vierter. "Wir haben sukzessive mehr Zeit verloren, werden morgen aber unser Bestes geben", hat der Spanier den Kampf um einen Podestplatz bei seinem Heimspiel noch nicht aufgegeben.

Hinter den Top 4 belegen die beiden Citroen-Piloten Kris Meeke und Mads Östberg mit 40,8 respektive 41,5 Sekunden Rückstand auf Sordo die Ränge fünf und sechs. Im teaminternen Duell musste der Norweger den Briten ziehen lassen, als er auf der letzten Prüfung des Tages - der Superspecial in Salou - einen Bremspunkt verpasste und Zeit liegenließ. Angesichts des Tempos an der Spitze konnte Östberg aber schon nach WP14 nur mit dem Kopf schütteln.

Die Top 10 werden abgerundet von den zeitgleichen Hyundai-Teamkollegen Hayden Paddon und Thierry Neuville sowie von Martin Prokop (Czech-Ford) und Pontus Tidemand, der im Skoda Fabia R5 weiterhin auf Kurs zum Sieg in der WRC2-Wertung liegt.

Frust pur für die Ford-Fraktion

Für die Ford-Fraktion war es ein äußerst frustrierender Tag. Kurz nach dem Abflug von Ott Tänak setzte dessen M-Sport-Teamkollege Elfyn Evans seinen Fiesta RS WRC auf Rang neun liegend in einen Graben. Auf der vorletzten Prüfung (WP16) hatte auch Robert Kubica (Kubica-Ford) Probleme. Weil kurz zuvor die rechte Hinterradbremse den Dienst quittiert hatte, zog der Fiesta des Polen beim Anbremsen nach links. Mit diesem Handicap erwischte Kubica die Streckenbegrenzung und schlug sich das rechte Hinterrad so heftig an, dass er es auf WP16 wechseln musste. Drei Minuten und eine Platzierung in den Top 15 waren beim Teufel. Immerhin: Anders als Tänak und Evans erreichte Kubica das Etappenziel in Salou.

Unterdessen ist die Rallye für Lorenzo Bertelli (FWRT-Ford) endgültig beendet. Nur einen Tag nach seinem Überschlag lieferte der Italiener einen weiteren Crash ab. Dieser passierte nur wenige Minuten nach Eröffnung des Fahrbetriebs am Samstagmorgen. Die M-Sport-Piloten Tänak und Evans wollen nach ihren Crashs auf WP11 beziehungsweise WP12 noch einmal ins Geschehen eingreifen - am Sonntag unter Rally2-Regularien. Die Hoffnungen auf den Vizetitel in der Herstellerwertung muss M-Sport aber wohl abschreiben.

Mit sechs weiteren Asphaltprüfungen über insgesamt 76,4 Kilometer geht die Rallye Spanien am Sonntag zu Ende.

Gesamtwertung nach 17 von 23 Wertungsprüfungen (Top 10):01. Sebastien Ogier (Volkswagen) - 2:34:56,4 Stunden02. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) +54,0 Sekunden03. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) +56,904. Dani Sordo (Hyundai) +1:01,4 Minuten05. Kris Meeke (Citroen) +1:42,206. Mads Östberg (Citroen) +1:43,707. Hayden Paddon (Hyundai) +1:56,508. Thierry Neuville (Hyundai) +1:56,509. Martin Prokop (Ford) +4:22,910. Pontus Tidemand (Skoda) +7:12,6

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