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Fabian Kreim feierte seinen dritten Saisonsieg
Fabian Kreim feierte seinen dritten Saisonsieg © SKODA AUTO

Bei teilweise wolkenbruchartigem Regen gewinnt Skoda-Pilot Fabian Kreim die Rallye Stemweder Berg und übernimmt die Halbzeitführung in der DRM

Angekündigt war ein spannendes Rallye-Wochenende mit einem Lauf zur Deutschen-Rallye-Meisterschaft bei strahlendem Sonnenschein.

Doch ein gewittriger Dauerregen sorgte für teilweise schlammüberspülte Straßen mit riesigen Wasserlachen. Das machte die anspruchsvollen Asphaltprüfungen der Rallye Stemweder Berg am Rande des Wiehengebirges rund um Lübbecke zu einer großen Herausforderung. 37 der 68 gestarteten Teams überfuhren die Zielrampe, nach dem der Veranstalter aus Sicherheitsgründen die letzten vier Wertungsprüfungen (WP) gestrichen hatte.

Die verbleibenden elf Prüfungen mit einer Gesamtlänge von 123,78 Kilometern absolvierten Fabian Kreim/Frank Christian im Fabia R5 von Skoda-Deutschland als schnellstes Team mit einer Fahrzeit von 1:24:50.3 Stunden. Mit 36,6 Sekunden Rückstand belegten Dominik Dinkel/Christina Kohl im Skoda Fabia S2000 den zweiten Platz. Den Skoda-Dreifacherfolg auf dem Siegerpodium komplettierten der frühere WTCC-Pilot Kristian Poulsen und Ole Frederiksen aus Dänemark in einem Fabia R5.

"Das war echt verdammt schwierig", sagt Fabian Kreim im strömenden Regen auf der Zielrampe in Lübbecke. "Es gab immer wieder stehendes Wasser an unerwarteten Stellen. Deshalb bin ich froh hier zu sein und mit dem Ergebnis echt sehr zufrieden. Der Abbruch war die richtige Entscheidung." Der Förderpilot der ADAC-Stiftung-Sport sagte weiter: "Der Halbzeittitel ist natürlich toll, aber noch nicht viel wert. Bei der Konkurrenz in der DRM wird das noch eine extrem spannende zweite Halbzeit, die aber auch viel Spaß machen wird." Kreim übernahm von Start weg die Führung und ließ nie einen Zweifel daran, dass er die 'Wasserspiele' am Stemweder Berg auch gewinnen wollte.

Dreifach-Sieg von Skoda am Stemweder Berg

Auf sechs der elf ausgetragenen WP fuhr er im Skoda Fabia R5 die Bestzeit, darunter auch die Powerstage, die ihm wichtige drei Zusatzpunkte in der Meisterschaft bescherte. Für den bisherigen Meisterschaftsführenden Christian Riedemann begann die Rallye wenig vielversprechend. Erst ein Dreher zu Beginn und dann die zweite WP ohne Handbremse. Zu Beginn der Samstagsetappe setzte er im Peugeot 208 T16 R5 zwei Bestzeiten und schob sich wieder in Schlagdistanz zur Spitze. "Dann waren wir in einer Kurve die berühmten fünf Kilometer zu schnell und rutschten so in eine Böschung, dass wir aus eigener Kraft nicht mehr freikamen", berichtet Riedemann. "Aber noch ist nichts verloren, es kommen noch fünf spannende Läufe und abgerechnet wird erst ganz zum Ende."

Dominik Dinkel überzeugte erneut und fuhr im Skoda Fabia S2000 auf den starken zweiten Gesamtrang. "Wir sind einfach nur zufrieden, das ganze Team hat einen tollen Job gemacht. Es war teilweise grenzwertig mit den Wasserflüssen und dem Schlamm auf den Strecken. Diese schwierigen Bedingungen sind natürlich auch sehr lehrreich. Dadurch haben wir sehr viel Erfahrung für die weitere Saison gesammelt."

Der Youngster konnte Kristian Poulsen im Skoda Fabia R5 und dessen niederländischen Teamkollegen Mark van Eldik auf Distanz halten. Für Poulsen war es ein Rallye-Comeback nach längerer Pause, in den vergangenen Jahren war er auf der Rundstrecke in der Sportwagenweltmeisterschaft erfolgreich: "Trotz der neunjährigen Rallyepause hat es von Beginn an wieder perfekt gepasst, es hat auf den anspruchsvollen Prüfungen sehr viel Spaß gemacht", sagt er.

Kreim/Christian nun auch in der Meisterschaft vorne

Mit dem fünften DRM-Rang in Lübbecke schoben sich Peter Corazza/Jörn Limbach im Mitsubishi Lancer R4 auch auf den fünften Platz der Meisterschaftswertung. "Das war richtig genial, ich mag diese rutschigen Ecken. Es war ein tolles Team-Erlebnis, auch mit unseren Mechanikern. Ich bin richtig stolz auf das, was wir im kleinen R4 in dieser starken Meisterschaft bislang erreicht haben", sagte der Sachse. Er verdrängte dabei Nico Leschhorn vom fünften Meisterschaftsplatz, der im Peugeot 207 S2000 in der letzten WP von der Strecke rutschte: "Da kamen wir aus eigener Kraft einfach nicht mehr frei."

Mit ihrem dritten Saisonsieg beim fünften von zehn Saisonläufen übernahmen Kreim/Christian zur Halbzeit auch die Meisterschaftsführung. Sie liegen mit 103 Punkten vor dem bislang führenden Christian Riedemann (83 Punkte). Riedemann musste seinen Peugeot 208 T16 R5 zur Halbzeit nach einem Ausrutscher abstellen. Den dritten DRM-Rang zur Halbzeit belegt Dominik Dinkel mit 69 Zählern.

Die 2WD-Wertung für Fahrzeuge mit nur einer angetriebenen Achse innerhalb der DRM gewann Hermann Gaßner Junior im Toyota GT86 R3, der diesmal mit Co-Pilot Valentin Langner unterwegs war. In der Meisterschafts-Wertung liegt Gaßner zur Halbzeit mit 93 Zählern deutlich vor den Verfolgern Carsten Mohe (Renault Clio R3T) mit 48 Punkten und Philip Knof (Citroen DS3 R3T) mit 46 Zählern, die beide nicht ins Ziel kamen.

Das DRM-Magazin von Sport1 bringt eine Woche nach der Rallye Stemweder Berg noch einmal die Action frei Haus. Das 30-mimütige Magazin wird am Samstag, 02. Juli ab 17:00 Uhr ausgestrahlt.

© Motorsport-Total.com

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