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Ott Tanak fährt seinem ersten WRC-Sieg entgegen
Ott Tanak fährt seinem ersten WRC-Sieg entgegen © xpbimages.com

Ford-Pilot Ott Tänak baut seine Führung in Polen am zweiten Tag aus und greift nach seinem ersten Sieg bei der Rallye-WM. Verlierer des Tages ist Weltmeister Ogier.

Ott Tänak (Ford) darf weiter von seinem ersten Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) träumen. Am zweiten Tag der Rallye Polen, siebter Lauf der WRC-Saison 2016, baute der Este am Samstag seine Führung aus und geht mit einem Vorsprung von 21,3 Sekunden auf Volkswagen-Pilot Andreas Mikkelsen in den Schlusstag der Rallye.

Rang drei verteidigte Hayden Paddon (Hyundai, +27,8 Sekunden), womit weiterhin drei verschiedene Marken unter den Top 3 vertreten sind.

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Tänak, der im Gegensatz zu den meisten anderen WRC-Piloten nicht mit Reifen von Michelin, sondern mit denen des chinesisch-britischen Herstellers DMACK fährt, war mit einem Vorsprung von 4,2 Sekunden auf Mikkelsen in den Samstag gestartet. Mit drei Bestzeiten bei den drei Wertungsprüfungen (WP) am Vormittag hatte er diesen bis zum Mittag auf 18,0 Sekunden ausgebaut.

Nach der Mittagspause konterte Mikkelsen dann zwar mit einer Bestzeit, doch bei den folgenden drei WP gelang es dem Norweger nicht, den Rückstand auf Tänak weiter zu verkürzen. Im Gegenteil: Mit einer Bestzeit bei der Zuschauerprüfung "Mikolajki Arena" baute dieser seine Führung auf über 20 Sekunden aus. Tänak ist daher vor den abschließenden vier WP am Sonntag einigermaßen zuversichtlich, dass ihm sein erster Sieg in der Rallye-WM gelingen kann.

Welche Rolle spielt das Wetter am Schlusstag?

"Ob ich es morgen schaffen kann? Warum nicht? Das Auto funktioniert gut und ich habe Spaß", sagt Tänak mit dem nötigen Selbstbewusstsein. Mikkelsen hingegen meint: "Ich weiß nicht, was morgen noch möglich ist. Das Wetter soll umschlagen, und dann ist alles möglich." Nach zwei trockenen Tage ist für Sonntag Regen vorhergesagt, der das Kräfteverhältnis verschieben könnte.

Hinter Paddon verbesserte sich sein Teamkollege Thierry Neuville auf Rang vier. Nachdem der Belgier seinen i20 WRC am Nachmittag höher gelegt hatte, kam er deutlich besser zurecht und fuhr schnellere Zeiten. Auch für Jari-Matti Latvala (Volkswagen) ging es nach vorne, der Finne verbesserte sich auf den fünften Gesamtrang.

Verlierer des zweiten Tages war Weltmeister Sebastien Ogier (Volkswagen). Wie von ihm am Freitag erwartet, war der Nachteil, als WM-Führender als Erster in die Prüfungen zu starten, heute deutlich größer. Dadurch fiel der amtierende Weltmeister von Position vier auf sechs zurück. Dementsprechend mies war seine Laune.

Miese Laune bei Ogier

"An so einem Tag vergeht einem der Spaß. Was das sauber fahren der Strecke betrifft, war das einer der schwierigsten Tage in meiner Karriere. Es gibt in diesem Jahr so viel losen Schotter, selbst bei der zweiten Schleife. Ich habe zwei Tage lang so hart wie möglich gepusht und nicht eine Prüfung gewonnen", ärgert sich Ogier.

Stephane Lefebvre (Citroen), der am Nachmittag bei WP 15 erstmals eine Wertungsprüfung in der Rallye-WM gewann, Craig Breen (Citroen) sowie die beiden M-Sport-Teamkollegen Eric Camilli und Mads Östberg komplettieren die Top 10. In der WRC2 gibt es weiterhin eine Skoda-Doppelspitze, allerdings ging Esapekka Lappi an Teemu Suninin vorbei. Klassendritter ist weiterhin Elfyn Evans (Ford).

Am Sonntag stehen bei der Rallye Polen vier Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 59,60 Kilometern auf dem Programm.

© Motorsport-Total.com

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