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Jost Capito durfte sich zum Abschied von Volkswagen nochmals feiern lassen
Jost Capito durfte sich zum Abschied von Volkswagen nochmals feiern lassen © Volkswagen

Deutschland-Sieger Sebastien Ogier widmet seinen Erfolg dem scheidenden Volkswagen-Motorsportchef Jost Capito, der zu McLaren in die Formel 1 wechselt

Sebastien Ogier war anzusehen, dass ihm eine Zentnerlast von den Schultern gefallen war. "Einen so tollen Kampf hatte ich schon lange nicht mehr", sagt der Volkswagen-Pilot nach seinem Sieg bei der Rallye Deutschland am Sonntag. "Die ganze Frustration der zurückliegenden Schotter-Rallyes ist vergessen." Sein erster Sieg nach sechs Monaten kam pünktlich zur letzten Rallye von Volkswagen-Motorsportdirektor Jost Capito. Der 57-Jährige wechselt Anfang September zum Formel-1-Team McLaren. "Ich wollte Jost einen Sieg zum Abschied schenken", meint Ogier bei der Rückkehr in den Service.

Capito blickt mit Stolz auf seine viereinhalb Jahre bei Volkswagen zurück. "Mit drei Titeln in der Markenwertung und drei Weltmeisterschaften bei den Fahrern ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Es ist ein bisschen so, wie wenn ein Kind erwachsen wird. Mein Job ist erledigt", so der geborene Siegerländer, der ankündigte, das Formel-1-Fahrerlager in Rallyefans zu verwandeln. "Rallyesport ist der beste Motorsport auf dem Planeten. Wenn die Formel 1 eine Sache vom Rallyesport lernen kann, dann dass sich Professionalität und Spaß nicht gegenseitig ausschließen müssen."

Ogier zollt außerdem den beiden Hyundai-Piloten Dani Sordo und Theirry Neuville sowie Teamkollege Andreas Mikkelsen Respekt. "Die drei haben mir den Sieg bei der Rallye Deutschland wirklich nicht einfach gemacht. Ich musste fast während der gesamten Rallye ans Limit gehen. So sollte es eigentlich immer sein", meinte er mit Seitenhieb auf die Regeln zur Startreihenfolge, die ihm bei den vergangenen sechs Schotter-Rallyes jede Siegchance nahmen.

Für Jari-Matti Latvala endete eine verkorkste Rallye Deutschland halbwegs versöhnlich. Der Volkswagen-Pilot erzielte auf der abschließenden Powerstage die zweitschnellste Zeit und sicherte sich damit zwei Extra-Punkte. "Mich hat der Unfall von Stephane Lefebvre und Gabin Moreau doch sehr mitgenommen", räumt der Finne ein, der als einer der Ersten an der Unfallstelle auf Wertungsprüfung zehn ankam.

In der WM-Gesamtwertung baute Ogier seinen Vorsprung auf Teamkollege Mikkelsen auf 59 Punkte aus. Latvala fiel dagegen hinter Hayden Paddon und Thierry Neuville auf Rang fünf zurück. In der Markenwertung führt Volkswagen weiter deutlich vor Hyundai.

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