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Sebastien Ogier ist von den Diskussionen über die Startreihenfolge genervt
Sebastien Ogier ist von den Diskussionen über die Startreihenfolge genervt © xpbimages.com

Sebastien Ogier ist die endlosen Diskussionen über die Startreihenfolge in der Rallye-WM leid und wünscht sich eine für alle Fahrer faire Lösung

Seit gut eineinhalb Jahren kocht das Thema Startreihenfolge in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) immer wieder hoch, und immer wieder ist es Sebastien Ogier, der sich über die aus seiner Sicht unfaire Regelung beschwert. Allerdings ist der Volkswagen-Pilot von den ständigen Diskussionen mittlerweile selbst schon genervt. "Ich würde mir wünschen, dass wir das Thema so schnell wie möglich abhaken könnten, denn es macht mir keinen Spaß, ständig darüber zu diskutieren", sagt Ogier.

Den Mund halten und das Thema zu den Akten legen will er allerdings auch nicht. "Ich halte es nun einmal für falsch und glaube, dass das viele Leute mittlerweile genau so sehen", sagt er. Seit dieser Saison muss der WM-Führende, dies ist seit dem Saisonstart Ogier, an den ersten beiden Tagen einer Rallye als erster Fahrer in die Wertungsprüfungen starten. Vor allem bei Schotterrallyes ist das ein gewaltiger Nachteil, denn dort muss Ogier rund 80 Prozent der Rallye den "Straßenfeger" spielen und losen Schotter aus der Bahn fahren, während seine Verfolger deutlich bessere Bedingungen vorfinden.

Dies sieht der dreimalige Weltmeister, nicht zu unrecht, als eine klare Benachteiligung an, und plädiert daher für eine andere Lösung. "Ich wünsche mir Fairness, zumindest sollte es so fair wie möglich sein", sagt Ogier. "Wir alle wissen, dass wir im Rallyesport niemals zum 100 Prozent identische Verhältnisse haben werden, es ändert sich von Auto zu Auto. Es gibt aber Wege, bei denen nicht derselbe Typ zu 80 Prozent einen Nachteil hat."

Mittlerweile hat auch der Automobilweltverband FIA erkannt, dass es in diesem Punkt Handlungsbedarf gibt und führt Gespräche über eine Neuregelung. Ogier kann sich beispielsweise mit einem Vorschlag anfreunden, nach dem man am ersten Tag in der Reihenfolge der WM-Wertung und am zweiten Tag in der umgekehrten Reihenfolge der WM-Wertung starten soll. "Warum nicht? Damit wäre ich einverstanden, das wäre fair", meint er. "Am ersten Tag eröffnet man (die Prüfungen; Anm. d. Red.), am zweiten Tag ist man Letzter."

Aus Sicht des Franzosen wäre es auch im Sinne der Meisterschaft, hier endlich zu einer Lösung zu kommen. "Denn dann könnten wir dieses Thema endlich abhaken", sagt er. Bis es so weit ist, käme man aber gar nicht darum herum, immer wieder über die Startreihenfolge zu sprechen. "Wenn wir über unsere Leistung reden, dann müssen wir das zwangsläufig thematisieren", so Ogier.

Nach seinem Sieg bei der Rallye Schweden konnte er bei den folgenden sechs Schotterrallyes nicht um den Sieg kämpfen können. "Wenn man sich die Ergebnisse anschaut, könnte man meinen, dass ich sechs Monate lang zu langsam war", sagt Ogier. "Aber alle wissen, dass das nicht stimmt. Spätestens am Sonntag, wenn ich gleiche Bedingungen hatte, habe ich gezeigt, dass ich immer noch genau so gut war."

© Motorsport-Total.com

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