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Dani Sordo führt seine Heimrallye nach dem ersten Tag an
Dani Sordo führt seine Heimrallye nach dem ersten Tag an © Hyundai Motorsport

Dani Sordo meistert die regnerischen Bedingungen am ersten Tag der Rallye Spanien (Highlights im TV auf SPORT1) am besten und führt seine Heimrallye an - Jari-Matti Latvala ausgeschieden

Lokalmatador Dani Sordo (Hyundai) führt die Rallye Spanien, elfter Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2016, nach dem ersten Tag an. Der Spanier kam am Freitag auf den von heftigen Regenfällen aufgeweichten Schotterpisten am besten zurecht und zeigte vor allem am Nachmittag eine starke Leistung. Nach sieben von 19 Wertungsprüfungen liegt Sordo 17,0 Sekunden vor Sebastien Ogier (Volkswagen). Platz drei belegt Ogiers Teamkollege Andreas Mikkelsen, der 35,1 Sekunden Rückstand auf Sordo hat.

Sordos Führung kommt ein wenig überraschend, denn er ist eigentlich als Asphaltspezialist bekannt. Der erste Tag der Rallye Spanien wird aber auf Schotter ausgetragen. Doch weder dieser Umstand noch die sehr widrigen Witterungsbedingungen mit teilweise wolkenbruchartigem Regen konnten den Spanier am Freitag aufhalten. "Das war richtig schön. Ich muss dem Team danken, denn das Auto war wirklich gut. Ein unglaublicher Tag", sagt Sordo.

Die schwierigen Bedingungen wurden am Freitag einigen Fahrern zum Verhängnis. Schon bei der ersten WP des Tages erwischte es Citroen-Pilot Kris Meeke. "Ich habe mich in einer Vierter-Gang-Kurve überschlagen", berichtet der Nordire. "Mitte der Kurve hat sich das Auto eingedreht, und dann haben wir uns abgerollt. Ich dachte, ich würde davonkommen, aber durch den Regen laufen die Spurrillen voll Wasser. Es ist sehr schwierig zu fahren."

Glück im Unglück für Meeke, Latvala ausgeschieden

Meeke hatte jedoch Glück im Unglück. Durch den Überschlag büßte er nur gut 40 Sekunden auf die Spitze ein. Auch seine gute Laune ging ihm durch das Missgeschick nicht verloren. Auf die Frage, wie am Nachmittag der zweite Durchgang der WP "Caseres" gewesen sei, antwortet Meeke: "Es geht viel bessern, wenn man sich nicht überschlägt." Mit gut einer Minute Rückstand auf die Spitze ist für den Citroen-Piloten noch allerhand möglich.

Weniger Glück hatte Jari-Matti Latvala (Volkswagen). Der Finne schlug bei WP5 mit der Front seines Polo R WRC ein. Dabei wurde die Radaufhängung beschädigt, woraufhin Latvala das Auto abstellen musste. Nach Angaben des Teams soll er morgen unter Rallye2-Reglement wieder ins Geschehen eingreifen, doch die Chance auf ein Spitzenergebnis ist nach diesem neuerlichen Ausfall dahin.

Diese hat allerdings sein Teamkollege Ogier, der in Spanien vorzeitig seinen vierten WM-Titel einfahren kann. Am Freitag beschränkte sich der Franzose, der als WM-Führender als erster Fahrer in die Prüfungen starten musste, erfolgreich auf Schadensbegrenzung. "Ich habe alles versucht, aber mehr war nicht möglich", sagt er. Bei nur 17 Sekunden Rückstand auf Sordo und noch über 200 verbleibenden WP-Kilometern auf Asphalt hat Ogier alle Chancen, aus eigener Kraft zum Sieg zu fahren.

Samstag geht es auf Asphalt weiter

Hinter den Top 3 folgt das Hyundai-Duo Thierry Neuville und Hayden Paddon auf den Plätzen vier und fünf, Sechster ist Mads Östberg (Ford). Meeke, Craig Breen (Citroen) sowie Ott Tänak und Eric Camilli (beide Ford) komplettieren die Top 10. Aus diesen fiel Kevin Abbring, der in Spanien ein Vorjahresauto von Hyundai fährt, bei der letzten WP des Tages hinaus, nachdem am Motor seines i20 ein Zylinder ausgefallen war.

In der WRC2-Wertung liegen die beiden Skoda-Werksfahrer Pontus Tidemand und Jan Kopecky auf den Plätzen eins und zwei. Beide liefern sich in ihren Fabia R5 ein enges Duell um die Führung der Klasse. Bei der letzten WP des Tages ging Tidemand an Kopecky vorbei und liegt aktuell 3,0 Sekunden vor seinem Teamkollegen. Teemu Suninen, bestplatzierter Skoda-Pilot in der WRC2-Gesamtwertung, musste im Kampf um den Titel in der "zweiten Liga" einen Rückschlag einstecken. Nach einem Problem am Turbolader musste er den Tag vorzeitig beenden.

Der Samstag ist der längste Tag der Rallye Spanien. Acht Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 139,18 Kilometern stehen auf dem Programm. Diese finden auf Asphalt statt, weshalb den Mechanikern ein stressiger Abend bevorsteht. Innerhalb von nur 75 Minuten müssen sie die World-Rally-Cars von Schotter- auf Asphalt-Abstimmung umbauen.

© Motorsport-Total.com

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