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Sebastien Ogier gewinnt nach einer souveränen Vorstellung die Rallye Frankreich und steht nun unmittelbar vor dem vierten Titelgewinn in der Rallye-WM

In den vergangenen beiden Jahren hatte Sebastien Ogier (Volkswagen) bei der Rallye Frankreich wenig Glück, doch in diesem Jahr war der dreimalige Weltmeister bei der legendären "Tour de Corse" nicht zu schlagen und feierte seinen vierten Saisonsieg in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2016. Neben dem Franzosen standen auf Korsika Thierry Neuville (Hyundai) als Zweiter und Andreas Mikkelsen (Volkswagen) als Dritter auf dem Podium.

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Mit seinem 36. WRC-Sieg machte Ogier auch den vorletzten Schritt in Richtung erfolgreicher Titelverteidigung. Schon in 14 Tagen kann er bei der Rallye Spanien Titel Nummer vier in Folge einfahren. Dazu würde ihm in Katalonien schon ein dritter Platz reichen. "Rechnerisch hat Andreas noch eine Chance, aber es sieht sehr gut für uns aus", sagt Ogier. Der Franzose hatte der Rallye Frankreich von Beginn an seinen Stempel aufgedrückt. Am Freitag gewann er alle vier Wertungsprüfungen (WP) und fuhr sich damit einen beruhigenden Vorsprung auf die Verfolger heraus.

Diesen baute er am Samstag zunächst auf fast eine Minute aus. Als am Samstagnachmittag Regen für schwierige Bedingungen sorgte, konzentrierte sich Ogier darauf, den Vorsprung zu verwalten. Auch bei den beiden Prüfungen am Sonntag ging der Volkswagen-Pilot auf Nummer sicher und war nach 390,92 Kilometer 46,4 Sekunden schneller als Verfolger Neuville. "Genau das wollten wir an diesem Wochenende, unseren ersten Sieg bei der 'Tour de Corse'", freut sich Ogier, der sich zudem als Dritter der Powerstage noch einen Zusatzpunkt sicherte.

Thierry Neuville erneut stark in Form

Neuville präsentierte sich auf Korsika erneut in bestechender Form und setzte seinen Lauf fort. Mit Platz zwei fuhr er zum vierten Mal in dieser Saison auf das Podium. Seit Neuvilles Sieg bei der Rallye Italien hat bei den vergangenen fünf WM-Läufen kein Fahrer mehr Punkte gewonnen als der Hyundai-Pilot. An Ogier kam Neuville zwar niemals heran, allerdings hielt er seinerseits Verfolger Mikkelsen klar auf Distanz. "Das war ein sehr gutes Wochenende für uns. Wir haben keine Fehler gemacht, für uns war das eine perfekte Rallye", ist der Belgier mit seiner Leistung zufrieden.

Für Mikkelsen war Platz drei das fünfte Podiumsresultat in dieser Saison. Der Norweger konnte sich nur zeitweilig wie bei der sechsten WP, die er zeitgleich mit Ogier gewann, entscheidend in Szene setzen. Abgesehen davon fuhr Mikkelsen eine unauffällige, aber solide Rallye. "Ich habe hier einige Fehler gemacht und weiß, wo ich die Zeit liegen gelassen habe. Dennoch bin ich nach dieser Rallye in einer guten Position, Thierry hat mir nicht allzu viele Punkte abgenommen", bilanziert der Norweger, der bei der Powerstage zwei Zusatzpunkte gewann.

Nachdem Jari-Matti Latvala (Volkswagen) die Rallye Frankreich im vergangenen Jahr gewonnen hatte, lief in diesem Jahr für ihn nicht viel zusammen. Hartnäckige Bremsprobleme raubten dem Finnen auf den engen Straßen von Korsika das notwendige Vertrauen ins Auto, sodass er die Zeiten der Schnellsten nicht mitgehen konnte. So blieb unter dem Strich nur Rang vier für ihn. "Ich habe getan, was ich tun konnte. Wir sind am Beginn der Rallye mit der Abstimmung in die falsche Richtung gegangen", sagt Latavala

Kris Meeke schnell, aber nicht fehlerfrei

Mit Platz fünf zeigte Citroen-Pilot Craig Breen abermals eine gute Leistung. Der Ire fuhr auf Korsika ohne große Fehler und wurde dafür mit zehn WM-Punkten belohnt. Bescheidener sah die Bilanz seines Teamkollegen Kris Meeke aus. Der Brite zeigte zwar mit drei WP-Siegen, darunter auch die Powerstage, dass er neben Ogier wohl der derzeit schnellste Fahrer in der WRC ist. Einmal übertrieb es Meeke allerdings auch.

Bei der sechsten WP kam er wegen eines Fehlers im Aufschrieb von der Strecke ab und prallte gegen einen Baum, wobei die rechte Vorderradaufhängung brach und Meeke für den Tag ausschied. Die Chance auf eine Top-Platzierung hatte er allerdings schon am Freitag nach einem Reifenschaden eingebüßt, durch den er gut zwei Minuten verloren hatte. "An diesem Wochenende ging es darum, für das nächste Jahr zu lernen. Das ist uns gelungen", zeigt sich Meeke aber dennoch zufrieden.

Rang sechs ging an Hayden Paddon (Hyundai), der damit einen Achtungserfolg gegen seinen Teamkollegen Dani Sordo feiern durfte. Der Spanier gilt im Gegensatz zum Neuseeländer eigentlich als Asphalt-Spezialist, war in Frankreich aber nicht in Form und zeigte eine für seine Verhältnisse schwache Leistung mit vielen kleinen Fehlern. Zudem warf ihn am Freitag ein Reifenschaden zurück.

Elfyn Evans beendet Siegesserie von Skoda

Im Duell der beiden M-Sport-Ford-Piloten musste Mads Östberg einmal mehr eine Niederlage gegen seinen jungen Teamkollegen Eric Camilli einstecken. Der junge Franzose hatte den Norweger jederzeit im Griff und kam vor ihm auf Rang acht ins Ziel. Ott Tänak (DMACK-Ford) komplettierte die Top 10.

In der WRC2-Wertung endete nach sieben Klassensiegen in Folge die Serie von Skoda, denn den Triumph sicherte sich in Frankreich Elfyn Evans (Ford). Der Brite lag von der ersten WP an in Führung und hatte im Ziel 33,3 Sekunden Vorsprung auf Jan Kopecky (Skoda). Dritter in der Klasse wurde Yoann Bonato (Citroen).

Damit baute Evans seine Führung in der WRC2-Wertung deutlich aus, nachdem seine unmittelbaren Verfolger auf Korsika nicht antraten beziehungsweise im Fall von Teemu Suninen (Skoda) nicht in der WRC2-Wertung eingeschrieben waren. Kevin Abbring fuhr beim WM-Debüt des Hyundai i20 R5 lange auf Platz drei, eher er am Samstag nach einem Wasserleck die Segel streichen musste.

Ogier mit nächsten Matchball in Spanien

In der WM-Wertung führt Ogier nach zehn von 13 Rallyes mehr als deutlich mit 195 Punkten vor Mikkelsen, der auf 127 Zähler kommt. Neuville verbesserte sich mit nun 112 Punkten auf Rang drei. Bei den Herstellern liegt Volkswagen mit 293 Punkten klar vor Hyundai (227), während Volkswagen II (136) M-Sport (132) von Platz drei verdrängte.

Weiter geht es in der Rallye-WM schon in zwei Wochen (13. bis 16. Oktober) mit der Rallye Spanien, der einzigen Misch-Veranstaltung im WRC-Kalender. Am ersten Tag wird in Katalonien auf Schotter gefahren, die zweite und dritte Etappe findet auf Asphalt statt.

© Motorsport-Total.com

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