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Finnen vereint im Jubel: Miikka Anttila, Tommi Mäkkinen und Jari-Matti Latvala
Finnen vereint im Jubel: Miikka Anttila, Tommi Mäkkinen und Jari-Matti Latvala © xpbimages.com

Partystimmung bei Toyota nach der Rallye Schweden: Schon im beim zweiten Saisonlauf gelingt den Rückkehren mit Jari-Matti Latvala der erste Sieg

So bringt man alle Kritiker zum Verstummen: Bereits bei der zweiten Rallye nach der Rückkehr in die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) gelang Toyota am Sonntag bei der Rallye Schweden der erste Sieg. Jari-Matti Latvala zeigte nicht nur, aber vor allem am Schlusstag, eine beeindruckende Leistung und bescherte dem japanischen Hersteller den ersten WRC-Sieg seit der Rallye China im Jahr 1999.

"Das ist ein absolut tolles Gefühl. Dieser Sieg fühlt sich genau so an wie mein erster WRC-Sieg überhaupt 2008 bei dieser Rallye", jubelt Latvala nach dem 17. Triumph in seiner WRC-Karriere. Den ersten hatte er vor neun Jahren auch auf Schnee und Eis in Schweden erzielt. "Damals kam der Sieg sehr überraschend, und heute war ich auch überrascht, denn nach der Vorstellung von gestern war ich mir sicher, dass Ott Tänak diese Rallye gewinnen wird."

Ford-Pilot Tänak war am Samstag der deutlich schnellere Fahrer und hatte seinen Rückstand auf Latvala im Laufe des Tages von 21,6 auf 3,8 Sekunden verkürzt. Nachdem der Finne durch den Ausfall von Thierry Neuville (Hyundai) die Führung übernommen hatte, schien am Schlusstag alles auf einen spannenden Kampf um den Sieg hinauszulaufen.

Überragende Leistung am Schlusstag

Doch dann legte Latvala zu und baute seinen Vorsprung bei den ersten beiden Prüfungen des Sonntags auf 20,0 Sekunden aus. "Die Prüfungen heute haben einfach zu meinem Fahrstil und dem Auto gepasst", erklärt Latvala seine starke Leistung am Schlusstag. Dennoch hatte er nicht erwartet, dass er Tänak derartig abhängen kann. "Wir hatten ein gutes Gefühl auf der Prüfung, waren aber überrascht, dass wir schneller waren", sagt Latvala.

Das Gefühl des Finnen war sogar so gut, dass er auch bei der Powerstage angriff und diese gewann, anstatt den Vorsprung einfach nur ins Ziel zu bringen. "Ich habe vorher mit Tommi (Mäkinen, Teamchef; Anm. d. Red.) gesprochen und er sagte, dass ich einfach so weitermachen soll wie bisher", sagt Latvala. "Während der Prüfung habe ich darüber nachgedacht, ob ich nicht etwas langsamer machen soll. Ich habe mich aber einfach gut gefühlt und habe deshalb weitergemacht."

Der Lohn dafür war ein verdienter Sieg. Zwar profitierte Latvala vom Ausfall von Neuville, allerdings war er von Beginn an der erste Verfolger des Hyundai-Piloten und zeigte eine seiner stärksten Leistungen in den vergangenen Jahren. Latvala scheint im neuen Umfeld förmlich aufzublühen, was er auch selbst bestätigt.

Wechsel zu Toyota ein Motivationsschub für Latvala

"In der zweiten Hälfte der vergangenen Saison haben meine Leistungen nachgelassen, worunter mein Selbstvertrauen gelitten hatte", sagt er über das letzte halbe Jahr bei Volkswagen. "Die Chance, bei Toyota von Null anzufangen, war ein gewaltiger Motivationsschub. Die Stimmung im Team ist großartig, und das hat mir geholfen, auf mein altes Niveau zu kommen."

Das freut sogar seinen früheren Teamkollegen und jetzigen Rivalen Sebastien Ogier. "Ich möchte Tommi und dem gesamten Toyota-Team gratulieren. Auch für Jari-Matti und Miikka (Anttila, Beifahrer; Anm. d. Red.) freut es mich", sagt der Franzose. "Wir hatten eine tolle Zeit als Teamkollegen, und ich freue mich, dass Jari wieder lächeln kann."

Auch für Toyota-Teamchef Mäkinen ist der Sieg schon bei der zweiten Rallye eine große Erleichterung. "Das ist natürlich ein ganz besonderer Moment für uns alle. Ich muss dem ganzen Team danken, aber ohne Jari-Matti hätten wir es nicht geschafft. Er war über das ganze Wochenende hinweg der stärkste Mann", lobt der Finne seinen Piloten.

Genugtuung bei Teamchef Tommi Mäkkinen

Die Genugtuung, es allen Skeptikern gezeigt zu haben, war Mäkinen nach dem Sieg anzumerken. "Am Ende des vergangenen Jahres haben einige Leute gedacht, dass wir nicht hier sein würden, aber wir kannten unser Potenzial", sagt der Finne. "Nach Monte Carlo konnten wir unser Paket noch nicht richtig einschätzen, denn das ist in erster Linie eine Fahrer-Rallye. Doch hier haben wir gleich gesehen, dass es gut für uns läuft."

Allerdings haben sich nun die Rollen verändert. Wenn die WRC-Saison 2017 am 9. März in Mexiko fortgesetzt wird, ist Latvala als neuer WM-Führender nun der Gejagte und muss zudem bei der ersten Schotter-Rallye des Jahres am ersten Tag die Wertungsprüfungen eröffnen. "Wenn wir jetzt auf Schotter kommen, wird es schwieriger", weiß der Finne. "Aber wir haben ein gutes Gefühl, das Team ist motiviert."

© Motorsport-Total.com

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