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Noch ist Sebastien Ogier keine perfekte Einheit mit dem Ford Fiesta
Noch ist Sebastien Ogier keine perfekte Einheit mit dem Ford Fiesta © xpbimages.com

Rallye-Weltmeister Sebastien Ogier zieht Fazit nach der Rallye Schweden: Worüber er sich ärgert und wie er die Situation bei M-Sport Ford bewertet

Sieg und Platz drei in Monte Carlo, zwei Fahrer auf dem Podest in Schweden. Für M-Sport Ford begann die Rallye-Saison 2017 so erfolgreich wie lange nicht mehr. "Ein wunderbares Ergebnis für das Team, das zeigt, was für ein tolles Paket wir mit dem Ford Fiesta haben", jubelt Teamchef Malcolm Wilson. In der Marken-WM hat M-Sport bereits 73 Punkte auf dem Konto und führt 20 Zähler vor Neueinsteiger Toyota. In der Fahrerwertung ist Sebastien Ogier vier Punkte hinter Schweden-Sieger Jari-Matti Latvala (Toyota) Zweiter.

Zum ersten Mal seit drei Jahren führt Ogier nicht die WM an. "Wir wussten zu Saisonbeginn, dass wir weniger Vorbereitungszeit als alle anderen hatten", meint der Franzose nach Rang drei beim Winterklassiker. "Wir brauchen noch Zeit, um ein perfektes Gefühl für das Auto aufzubauen. Aber die Ergebnisse sind ermutigend. Wir müssen weiterarbeiten, aber ich denke, unsere Pace ist gut und der Saisonstart war sehr positiv."

Dass der vierfache Weltmeister das Auto noch nicht unter allen Bedingungen ans Limit bringen kann und sich wohlfühlt, war bei den bisherigen beiden Rallyes zu sehen. In Schweden gelang ihm auch keine Prüfungsbestzeit, während Teamkollege Ott Tänak, der Zweiter wurde, viermal der Schnellste war. Die letzte (kleine) Chance auf den Sieg warf Ogier Sonntagmorgen weg, als er sich gleich zu Beginn von WP16 "Likenäs" drehte.

"Das war einer der dümmsten Fehler meiner Karriere", ärgert er sich deshalb. "Nach 50 Metern habe ich in der ersten Kurve einen Schneewall erwischt, mich gedreht und den Motor abgewürgt. Damit waren meine Chancen vorbei. Unter dem Strich war mein Wochenende schwierig, aber diese 19 WM-Punkte sind sehr gut. Es ist ein Schritt für die Weltmeisterschaft. Das größere Bild dieses Wochenendes ist positiv für uns."

Stark präsentierte sich Tänak, der deutlich schneller als Ogier war. Vor der letzten Etappe am Sonntag hatte der Este noch realistische Siegchancen, doch er hatte am Sonntagvormittag nicht das optimale Gefühl im Auto und konzentrierte sich auf Platz zwei. "Wir müssen schneller werden und ich muss besser zum Auto passen", denkt Tänak an die nächsten Rallyes. "Bisher bin ich zufrieden, der Fortschritt zum Vorjahr ist groß. Ich bin froh, dass ich von Anfang an dieses Auto kenne."

Richtungsweisend wird in drei Wochen die erste Schotter-Rallye des Jahres. Trotz der Höhenlage in Mexiko sollte dort die Performance der Autos klarer zu sehen sein. Die anstehenden Tests werden vor allem für Ogier wichtig, denn das optimale Setup hat er bisher nicht gefunden. Er testete den Ford Fiesta bisher auch noch nicht auf Schotter. "Nein, noch nicht. Ich wusste zu Saisonbeginn, dass wir etwas im Rückstand sind. Ich habe noch Mühe mit dem Auto und dem perfekten Setup."

Doch in der Weltmeisterschaft ist der Titelverteidiger voll auf Kurs. Thierry Neuville (Hyundai) und Kris Meeke (Citroen) haben bereits einen großen Punkterückstand. Deshalb meint Ogier: "Diese Resultate trotz einer nicht optimalen Vorbereitung zu sehen, ist gut. Wir haben eine sehr gute Basis. Warten wir ab, was Mexiko bringt, wo wir hoffentlich einige Punkte sammeln können. Zu diesem Zeitpunkt vier WM-Punkte Rückstand zu haben, ist nicht viel."

© Motorsport-Total.com

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