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Thierry Neuville geht mit deutlichem Vorsprung in den Schlusstag
Thierry Neuville geht mit deutlichem Vorsprung in den Schlusstag © xpbimages.com

Nach Problemen seiner Rivalen Kris Meeke und Sebastien Ogier geht Thierry Neuville mit einer deutlichen Führung in den Schlusstag der Rallye Frankreich

Gewinnt beim vierten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2017 der vierte verschiedene Hersteller? Darauf deutet vor dem Schlusstag der Rallye Frankreich alles hin, denn Thierry Neuville (Hyundai) liegt klar in Führung. Der Belgier zeigte am Samstag eine starke Leistung und gewann drei von vier Wertungsprüfungen. Da seine unmittelbaren Rivalen Kris Meeke (Citroen) und Sebastien Ogier (Ford) von technischen Problemen geplagt wurden, geht der Belgier mit einem Vorsprung von 38,9 Sekunden auf Ogier in den Schlusstag.

Für Meeke, der den Freitag dominiert hatte, war der Traum vom Sieg auf Korsika bei der sechsten WP geplatzt - genau so wie der Motor seines Citroen C3 WRC. Meeke hatte das Ziel der Wertungsprüfung mit rauchendem Motor und ölverschmierter Fahrzeugfront erreicht. Nach einem Stopp ließ sich das Triebwerk nicht mehr starten, weshalb Meeke die Rallye aufgeben musste. Später gab Citroen bekannt, dass ein Neustart unter Rallye2-Reglement am Sonntag ausgeschlossen ist.

"Es ist bitter, aber das ist nun mal ein Teil des Spiels", seufzt Meeke. "Es gibt tausende mechanische Komponenten im Motor, da kann schon mal etwas kaputt gehen." Damit verzeichnet Meeke nach den Problemen in Monte-Carlo und Schweden bei der vierten Rallye des Jahres bereits den dritten Ausfall. Der Zug in Richtung WM-Titel dürfte für ihn damit wahrscheinlich schon abgefahren sein.

Kris Meekes Sieghoffnungen verrauchen

Nach Meekes Ausfall schien dann alles auf einen Kampf zwischen Neuville und Ogier um den Sieg hinauszulaufen. Nach einem schwierigen Vormittag, am dem Ogier mit der Abstimmung seines Ford Fiesta WRC nicht ganz zufrieden war, hatte er sich am Nachmittag gesteigert und den Rückstand auf Neuville nach sieben von zehn Wertungsprüfungen auf 2,2 Sekunden reduziert. Doch dann versagte vor der achten WP die Hydraulik seines Autos, woraufhin er bei der letzten WP des Tages mehr als eine halbe Minute auf Neuville verlor.

"Ich habe schon am Ende der vorletzten Prüfung gemerkt, dass der Hydraulikdruck abgefallen ist. Danach war es nur noch das Ziel, den Tag zu beenden", sagt Ogier. Durch den Hydraulikdefekt fielen einige Systeme an seinem Auto aus. "Die Wippenschaltung und das Zentraldifferenzial funktionieren nicht mehr, wir sind im Grunde mit Heckantrieb gefahren", berichtet Ogier.

Durch die Probleme von Ogier kann Neuville am Sonntag bei nur noch 64,20 zu fahrenden Kilometern seinen Vorsprung verwalten und seinem ersten Saisonsieg entgegenfahren. Ogier dürfte sich hingegen am Schlusstag auf die Powerstage konzentrieren und mit Platz zwei zufrieden sein. Dani Sordo (Hyundai) geht als Dritter in den Sonntag, gefolgt von Jari-Matti Latvala im besten Toyota und Craig Breen im einzige verbliebenen Citroen. In der WRC2-Wertung fährt Andreas Mikkelsen (Skoda) einen souveränen Sieg entgegen.

Citroen und M-Sport von Problemen gebeutelt

Der Ausfall von Meeke war am Samstagmorgen nicht der einzige Rückschlag für Citroen, denn auch Teamkollege Stephane Lefebvre ist ausgeschieden. Der Franzose hatte bei einem Unfall bei der fünften WP die Radaufhängung seines Citroen beschädigt. Lefebvre und Beifahrer Gabin Moreau konnten den Schaden zwar notdürftig reparieren, erschien jedoch zu spät zum Start der nächsten WP und musste daraufhin aufgeben.

Auch M-Sport wurde am Samstag ziemlich gebeutelt. Neben Ogiers Hydraulikdefekt plagte sich Ott Tänak mit Motorproblemen an seinem Ford Fiesta WRC herum, Teamkollege Elfyn Evans rutschte bei der sechsten WP von der Strecke und musste aufgeben. WRC2-Pilot Martin Koci (Skoda) flog bei der fünften WP ab und benötigte medizinische Hilfe, weshalb die Prüfung unterbrochen werden musste.

Am Schlusstag der Rallye Frankreich stehen nur noch zwei Wertungsprüfungen auf dem Programm, darunter aber "Antisanti - Poggio die Nazza", die mit 53,78 Kilometern 2017 die längste WP der "Tour de Corse" ist.

© Motorsport-Total.com

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