vergrößernverkleinern
Thierry Neuville kommt als WM-Führender nach Deutschland
Thierry Neuville kommt als WM-Führender nach Deutschland © xpbimages.com

Bei der Rallye Deutschland 2017 wird Thierry Neuville erstmals als WM-Führender an den Start gehen, was bei seiner "Heimrallye" für ihn von Vorteil ist.

Platz sechs bei der Rallye Finnland reichte Hyundai-Pilot Thierry Neuville aus, um erstmals in seiner Karriere die Führung in der Fahrerwertung der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) zu übernehmen. Zwar hat sein Rivale Sebastien Ogier (Ford) wie Neuville 160 Punkte auf seinem Konto, doch da der Belgier eine Rallye mehr gewonnen hat, wird er auf Platz eins geführt und daher am ersten Tag der Rallye Deutschland als erster Fahrer in die Wertungsprüfungen starten.

Zusätzlichen Druck verspürt Neuville deswegen nicht. Im Gegenteil sei Startplatz eins bei der Rallye Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Läufen ein Vorteil. "Bei Schotterrallyes ist es durch das Sauberfahren schwierig schnelle Zeiten zu fahren, wenn man als erstes Auto auf die Strecke geht. Auf Asphalt ist es eher umgekehrt", sagt Neuville im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. "Und wenn es regnet, ist es sogar ein relativer Vorteil, weil die Straße nach jedem Auto immer schmutziger wird. Auch im Trockenen ist es immer von Vorteil."

Die WM-Führung hätte der Belgier also zu keinem besseren Zeitpunkt erobern können. Druck verspürt Neuville eher aus einem anderen Grund: Er hat die realistische Chance, Rallye-Weltmeister des Jahres 2017 zu werden, allerdings wird sich das sehr enge Duell mit Ogier bei noch vier zu fahrenden Rallyes immer mehr zuspitzen. "Man weiß, dass man sich keinen Fehler erlauben darf, denn sonst ist die Meisterschaft gelaufen", sagt Neuville. "Das gibt natürlich ein bisschen mehr Druck. Aber ich denke, ich kann damit umgehen."

Erst recht bei der Rallye Deutschland, die zu Neuvilles Lieblingsrallyes gehört und bei der er nicht nur bei seinem Premierensieg in der WRC 2014 in der Regel immer gut abgeschnitten hat. "Die Rallye Deutschland hat mir immer gut gelegen. Ich fühle mich da sehr wohl", sagt Neuville, der seine Karriere bei Asphaltrallyes begonnen hat und daher auf dem glatten Belag zu den schnellsten Fahrern im Feld der WRC zählt.

Hinzu kommt: "Es ist nicht weit von der belgischen Grenze entfernt und daher für mich eine Art Heimrallye." Gerade einmal rund 100 Kilometer Luftline trennen Neuvilles Heimatort St. Vith und den Servicepark am Bostalsee. Daher pilgern alljährlich auch tausende belgischer Fans an die Strecken der Rallye Deutschland, um Neuville anzufeuern. "Das gibt noch einmal einen zusätzlichen Motivationsschub", verrät er.

Und den spürt Neuville sogar während der Fahrt durch die Wertungsprüfungen: "Man ist zwar auf seine Arbeit konzentriert, kriegt aber schon ein bisschen mit, was passiert. Man kann die belgischen Flaggen sehen", sagt er. "Und wenn es im Servicepark ist, wo immer gute Stimmung herrscht."

© Motorsport-Total.com

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel