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Michel Nandan erwartet in den nächsten Jahren keine WRC-Hybriden
Michel Nandan erwartet in den nächsten Jahren keine WRC-Hybriden © Hyundai Motorsport

Michel Nandan von Hyundai Motorsport glaubt nicht an eine baldige Einführung von Elektro- oder Hybridantrieb in der WRC. Der Fokus für 2018 liegt auf Aerodynamik.

Rallye und Elektromobilität wollten bislang nicht wirklich zusammenfinden: Während sich im Rundstreckensport längst Hybrid- und Elektroboliden in verschiedenen Rennserien messen, wird die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) weiterhin mit konventionellen Antrieben ausgetragen. Der Rallyesport mit seinen langen Etappen und vielen verschiedenen Untergründen taugte bislang nicht für elektrische Spielereien. Laut Hyundai-Teamchef Michel Nandan wird das auch erst einmal so bleiben.

"Für den Einsatz eines Hybrid- oder Elektroautos ist es im Rallyesport noch zu früh, alleine schon aus Sicherheitsgründen", sagt der Teamchef von Hyundai gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wir fahren auf öffentlichen Straßen und unterschiedlichen Untergründen und sprechen da von 400 Kilometern. Das könnte ein Problem werden."

Mittelfristig will er aber nicht ausschließen, dass auch Rallyeboliden auf das gewaltige Drehmoment von E-Motoren als Unterstützung aus engen Ecken heraus zurückgreifen können: "Die Technologie entwickelt sich rasch weiter." Er warnt aber auch, dass der Rallyesport "deutlich teurer" werden würde, sollte man sich der Hybridtechnologie öffnen.

Bis dahin wird noch viel konventionelle Entwicklung am Hyundai i20 Coupe WRC betrieben werden. Weniger beim 1,6-Liter-Verbrennungsmotor, da dieser nach dem jetzigen Regelwerk laut Nandan so gut wie ausgereizt sei. Er sieht aber noch einen Bereich, in dem Hyundai Motorsport zulegen kann: "Es wird mehr um Traktion und Fahrbarkeit gehen. Vielleicht werden wir etwas mehr an der Aerodynamik arbeiten."

Der Monegasse sieht sein Team aerodynamisch im Nachteil: "Wir haben unsere Entwicklung an dem geplanten Reglement ausgerichtet, dass dann in letzter Minute noch geändert wurde. Wir wollten dann aber nicht alles umwerfen und wieder in den Windkanal gehen. Daher wussten wir, dass wir da Schwächen haben. Der Toyota ist in diesem Bereich wahrscheinlich der Beste. Ford und Citroen sind auch nicht schlecht. An diesem Bereich werden wir sicherlich arbeiten." Sehr wohl ist er sich aber bewusst, dass die Konkurrenz nicht schlafen wird.

Trotz der aerodynamischen Nachteile haben Hyundai-Piloten in der WRC-Saison 2017 schon neun Podiumsplätze geholt, Thierry Neuville fuhr darüber hinaus drei Siege ein. Zudem hat man sich die Dienste von Andreas Mikkelsen für die letzten drei Läufe der Saison und voraussichtlich auch für die WRC-Saison 2018 gesichert.

© Motorsport-Total.com

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