vergrößernverkleinern
Katrin Göring-Eckardt ist mit dem Zeitplan für die Bewerbung nicht einverstanden

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, lehnt eine überhastete Bewerbung um Olympische Sommerspiele in Deutschland ab.

"Die Grüne-Fraktion gibt keine Empfehlung ab, ob wir Berlin oder Hamburg besser finden. Der Zeitplan in Deutschland ist aber absolut kritikwürdig", sagte die Politikerin am Freitag in Berlin.

Die 48-Jährige wunderte sich bei einer Fraktions-Veranstaltung im Bundestag, dass man sich bereits am 6. Dezember bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für einen der beiden Bewerber entscheiden werde.

Allerdings seien dann die veränderten Rahmenbedingungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die Vergabe der Spiele noch gar nicht bekannt.

"Ich finde, eine Katze im Sack kauft man nicht. Man muss erst wissen, welche veränderten Bedingungen es gibt", sagte Göring-Eckardt, die zudem betonte: "Eine zentrale Forderung von uns ist, dass, wenn das IOC die Spiele in Deutschland austragen will, dann sollen auch in Deutschland Steuern gezahlt werden. Es sollte keine mobile Steueroase geben."

Die Grünen sprechen sich auch nach der gescheiterten Bewerbung Münchens für die Winterspiele 2022 nicht kategorisch gegen eine erneute Bewerbung aus.

"Die Lehre darf nicht sein, dass es keine Spiele gibt, sondern dass andere Spiele möglich sind", betonte Göring-Eckardt: "Es lohnt sich dafür zu kämpfen, dass der Sport wieder in den Vordergrund rückt."

Hamburg und Berlin hatten am 1. September ihre Bewerbungspläne vorgestellt und hoffen am 6. Dezember in Dresden auf den Zuschlag des DOSB. Bis zum 28. Oktober will der DOSB mit Beteiligten wie Gegnern, Befürwortern, den Städten, Ländern sowie dem Bund weitere Gespräche führen und anschließend einen Zeitplan erstellen.

Dann könnte es auch eine konkrete Empfehlung für die Mitgliederversammlung geben.

Noch ist nicht klar, ob es eine Bewerbung für die Spiele 2024 oder 2028 geben wird.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel