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Michael Vesper verspricht: "Es wird keine Kettenreaktion geben"
Michael Vesper verspricht: "Es wird keine Kettenreaktion geben"

Nach der Streichung von staatlichen Fördergeldern für den Deutschen Curling-Verband (DCV) hat DOSB-Generaldirektor Michael Vesper weitere derartige Einschnitte vorerst ausgeschlossen.

"Es wird keine Kettenreaktion geben", sagte er auf einer Podiumsdiskussion des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen in Duisburg.

Versper verwies darauf, dass die Entscheidung gegen eine weitere Förderung der Curler eine direkte Folge aus den Zielvereinbarungsgesprächen mit den Wintersportverbänden nach den Olympischen Spielen von Sotschi gewesen sei, "und diese Gespräche sind abgeschlossen".

An der grundsätzlichen Förderstrategie soll sich auch künftig nichts ändern.

"Wir sind nicht dafür, nur dort zu fördern, wo es Medaillen gibt", sagte Vesper.

Er verwies auf natürliche Schwächephasen, die man auch erfolgreichen Verbänden zugestehen müsse.

Als Beispiel nannte Vesper Biathlon nach dem Rücktritt von Ausnahmeläuferin Magdalena Neuner: "Eine solche Sportart aufzugeben, widerspricht der deutschen Sportkultur."

Vesper hob zudem hervor, dass es sich im aktuellen Curling-Fall um eine gemeinsame Entscheidung von DOSB, DCV und Bundesinnenministerium, dem größten Förderer des Spitzensports, gehandelt habe.

Für einen erfolgversprechenden Weg bis hin zu den Winterspielen 2018 in Pyeongchang hätten den Curlern 150.000 Euro gefehlt, sagte Vesper.

"Wir standen vor der Frage: Wenden wir die Rasenmähermethode an, bei der alle anderen Verbände zur Curling-Finanzierung beitragen, oder vollziehen wir einen schmerzhaften Schnitt?", sagte der ehemalige NRW-Sportminister: "An dieser Stelle war es jetzt halt mal der schmerzhafte Schnitt."

Vesper betonte aber auch, dass er eine Fortsetzung der Curling-Finanzierung noch für möglich hält.

Der betreffende Zyklus von 2015 bis 2018 sei noch nicht vom Bundestag verabschiedet.

"Es kann natürlich noch passieren, dass der Haushalt in einer anderer Form verabschiedet wird. Da ist noch nicht aller Tage Abend."

DCV-Präsident Dieter Kolb hatte am Montag erklärt, es gebe "kaum noch Zweifel daran, dass es tatsächlich die Absicht ist, den DCV als ersten olympischen Fachverband in Deutschland zum 1. Januar 2015 aus der kompletten Förderung zu nehmen".

In der "Süddeutschen Zeitung" nannte er die DOSB-Verantwortlichen "Verräter am Sport".

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