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Der Deutsche Olympische Sportbund spielt den Leistungssporgedanken herunter

Der Wirbel um die Stiftung "Deutscher Sport" des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hält an. Der sportpolitische Sprecher der Grünen, Özcan Mutlu, reagierte erstaunt auf die weitgehend unbekannten Geldtransaktionen der Stiftung und wandte sich mit schriftlichen Fragen an die Bundesregierung.

Das Innenministerium ist Hauptgeldgeber des deutschen Sports.

Mutlu betonte, dass er wissen wolle, "welche Kenntnisse die Bundesregierung über Geldflüsse und andere Zusammenhänge zwischen dem DOSB und der Stiftung Deutscher Sport" habe. Zudem will er geklärt haben, ob diese Kenntnisse "Gegenstand der Verhandlungen um öffentliche Bundesmittel zur Sportförderung, Prüfungsgegenstand der Verwendung der Fördermittel durch den DOSB oder Gegenstand sonstiger rechtlicher Prüfungen" gewesen seien.

Der DOSB hatte den Vorwurf der "Schattenwirtschaft" vehement bestritten und darauf verwies, dass er laut Gesetz keine Angaben über die Geldflüsse der Stiftung machen müsse.

Bezüglich Zahlungen des DOSB auf das Konto der Stiftung sagte DOSB-Vizepräsident Hans-Peter Krämer, dass alle Ausgaben "der Mitgliederversammlung und den Kassen- und Wirtschaftsprüfern vorgelegt" worden seien.

Offenbar war vielen Teilen des deutschen Sports und der Politik bislang unklar, dass der DOSB über eine Stiftung mit einem Vermögen von rund sechs Millionen Euro verfügt und dieses Geld auch für operative Zwecke nutzt.

Ob der Bund als größter Geldgeber vollumfänglich über die Stiftung und die Geldtransfers informiert war, ist unklar. Zuletzt hatte der DOSB immer wieder auf seine leeren Kassen verwiesen und erreicht, dass der Bund die Unterstützung für das Jahr 2015 um 15 Millionen auf insgesamt 153 Millionen Euro aufgestockt hat.

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