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Andreas Kloo-Olympia 2014-Rückblick-Grafik
Andreas Kloo begleitete für SPORT1 vor Ort die Olympischen Spiele in Sotschi © SPORT1

SPORT1-Reporter Andreas Kloo blickt auf Olympia zurück und kürt die besten Momente. Nicht nur die Sieger bleiben im Gedächtnis.

Mit der Reise zu den Olympischen Spielen in Sotschi hat sich in diesem Jahr auch für mich ein kleiner Lebenstraum erfüllt.

Ich habe dort unzählige unvergessliche und beeindruckende Momente erlebt. Sei es was sportliche Leistungen angeht, interessante Interviews, aber auch persönliche Begegnungen mit der gastfreundlichen russischen Bevölkerung.

Alle Erlebnisse aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen.

Deshalb habe ich drei für mein persönliches Olympia-Podest ausgewählt.

• Goldmedaille: Die Abschiedstränen der Russinnen

An unserem letzten Abend in Sotschi wurde mir erst richtig bewusst, wie viel die Olympischen Spiele den Russen bedeutet haben.

Mit SPORT1-Kollege Paul Willmann saß ich in einem Restaurant, auf einem Fernseher lief die Schlussfeier, die zeitgleich im Olympiastadion über die Bühne ging.

Während wir die Zeremonie eher beiläufig verfolgten, starrten die anwesenden jungen russischen Leute gebannt auf den Fernseher.

Und als am Ende der Feier das olympische Feuer erlosch, wurde es emotional.

Mehrere junge Damen brachen in Tränen aus, sie konnten es nicht glauben, dass jetzt alles vorbei ist, dass die Spiele ihre Heimat nun wieder verlassen würden.

Dieser Moment, als die jungen Russinnen um mich herum weinten, blieb mir am stärksten aus meiner 18tägigen Zeit in Sotschi in Erinnerung. Kein sportliches Ereignis, keine deutschen Erfolge oder Misserfolge.

Dieser Augenblick an unserem Abschiedsabend verdeutlichte mir, welche starken Gefühle Olympische Spiele auch bei der einheimischen Bevölkerung immer noch auslösen können.

Und er zeigte, wie die Russen sind: ein sportbegeistertes und stolzes Volk.

Neben ihrer Sportbegeisterung fiel mir auch ihre warmherzige Gastfreundschaft auf.

Ein Taxifahrer, der sich mit mir begeistert über Oktoberfest und Volkswagen unterhielt, ein weiblicher Volunteer, der mir deutsche Musik auf dem i-Pod vorspielte, oder Sergej, der uns an unserem letzten Abend in die Geheimnisse des russischen Bieres einweihte.

• Silbermedaille: Das Tränen-Interview von Rodlerin Alex Gough

Auch Platz zwei geht an einen tränenreichen Augenblick.

Der Rodelwettbewerb der Frauen war generell sehr stimmungsvoll (und ich meine damit nicht den Zickenzoff zwischen Natalie Geisenberger und Tatjana Hüfner).

Die Stimmung war riesig, wohl besser als bei jedem anderen Wettbewerb. Es herrschte eine Atmosphäre wie im Fußballstadion, doch jede Rodlerin wurde dabei fair angefeuert.

Nicht kalt gelassen haben mich dann die Interviews der Viertplatzierten Alex Gough aus Kanada. Sie war todtraurig aufgrund der knapp verpassten Medaille. Die Tränen liefen ihr übers Gesicht, aber tapfer führte sie ihre Gespräche mit den Journalisten fort.

Ich habe in diesem Moment festgestellt, wieviel Olympia den Sportlern nach wie vor bedeutet.

Schon allein mit der Teilnahme erfüllten sich die Athleten ein wichtiges sportliches Ziel, mit einer Medaille dann sogar einen sportlichen Lebenstraum.

Wie wichtig den Sportlern eine Medaille war, zeigte sich aber vor allem, wenn sie Edelmetall knapp verpassten.

• Bronzemedaille: Champion Maria Höfl-Riesch

Acht Goldmedaillen holte das deutsche Team bei den Olympischen Spielen. Doch wenn ich eine herausheben muss, ist es die von Maria Höfl-Riesch. Nicht, weil es bereits ihre dritte Olympia-Goldmedaille war, nicht weil sie in Abfahrt und Slalom der Super-Kombination eine exzellente sportliche Leistung zeigte.

Ihr Auftritt nach ihrem Sieg beeindruckte mich. Wie sie sich immer wieder beim ganzen Team bedankte. Wie sie auch am Abend im deutschen Haus noch geduldig die Fragen von uns Journalisten beantwortete.

Aber vor allem, wie sie nach einem Glas Sekt die Feierlichkeiten dieses riesigen Erfolgs beendete. Denn zwei Tage später stand das nächste Rennen an. An diesem Abend zeigte sie mir, was für ein großer Champion sie ist.

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