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Hamburg Olympische Spiele
Deutschland will sich mit Berlin oder Hamburg um die Olympischen Spiele 2024 bewerben © Getty Images

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen hat ihre Teilnahme am Expertengespräch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für kommenden Montag abgesagt.

Einen entsprechenden Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bestätigte Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher der Grünen.

In einem Schreiben an den Verband, das dem SID vorliegt, werfen Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, und Mutlu dem DOSB vor, Nachhaltigkeit, Transparenz und finanzielle Solidität wie auch echte und frühzeitige Bürgerbeteiligung im Rahmen der geplanten Olympiabewerbung nicht ausreichend sicherzustellen.

"Wir verstehen unser Vorgehen nicht als Vorwurf, sondern vielmehr als konstruktive Kritik", sagte Mutlu dem SID am Donnerstag: "Wir sehen keine Möglichkeit der Einflusseinnahme. Das Verfahren ist so nicht ergebnisorientiert."

Der Vorstoß der Grünen kommt überraschend. Die Partei befindet sich zurzeit in der Bewerberstadt Hamburg in Koalitionsgesprächen mit der bislang allein regierenden SPD.

Der DOSB reagierte mit Unverständnis auf die Ankündigung der Grünen.

"Ich finde es schon ein Armutszeugnis, dass man da noch nicht mal daran teilnehmen möchte", sagte DOSB-Vorstandschef Michael Vesper im Deutschlandfunk: "Wer kritisiert, sollte seine Kritik dann auch in eine solche Sitzung miteinbringen."

Das interne Expertengespräch am Montag, nach dem das DOSB-Präsidium seine mit Spannung erwartete Empfehlung für den Bewerber Hamburg oder Berlin abgeben wird, biete keinen Raum, "unsere Empfehlung wahrnehmbar zu begründen und zur Diskussion stellen zu können. Damit würden wir uns in eine Situation begeben, in der wir nur mit unserer Anwesenheit das Gesprächsergebnis unterstützen und legitimieren würden. Dies wollen wir verständlicherweise vermeiden", heißt es in dem von Göring-Eckardt und Mutlu unterzeichneten Papier.

Die Absage des Termins am kommenden Montag, dies betonte Mutlu am Donnerstag, bedeute keine grundsätzliche Ablehnung von Olympischen Spielen in Deutschland.

Mit Blick auf ein bevorstehendes Bürgervotum in Berlin oder Hamburg im September fordern Göring-Eckardt und Mutlu aber, "dass im Vorfeld dieser Abstimmung die notwendige weitere Bürgerbeteiligung verbindlich festgelegt ist, ein nachhaltiges Konzept für Olympische und Paralympische Spiele vorliegt und eine vollständige Kostentransparenz besteht".

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