vergrößernverkleinern
41st BMW Berlin Marathon
Katarina Witt hält olympische Spiele in Hamburg und Berlin für möglich © Getty Images

Gemeinsame Olympische Spiele in Hamburg und Berlin - die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt hält diese Variante für durchaus denkbar.

"Hamburg profitiert von seiner Wirtschaftskraft, steht für Spiele am Wasser und hat in Sachen Begeisterung derzeit die Nase ein wenig vorn. Berlin hat coolen Charme. Eine Weltstadt, die begeistert und neugierig besucht wird", sagte die 49-Jährige im Gespräch mit Sportbild.

Beide Städte, so Witt, "können es und wären tolle Gastgeber. Vielleicht teilt man sich am Ende auch dieses großartige Fest." Bei den Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang lägen die Wettkampfstätten "teilweise drei Stunden voneinander entfernt". Dagegen sei man "per Zug innerhalb von gut eineinhalb Stunden von Berlin in Hamburg und umgekehrt." Schon jetzt sollte in jedem Fall klar sein, dass man sich gegenseitig unterstützt - "egal, wie der DOSB entscheidet".

Grundsätzlich sieht Katarina Witt für eine deutsche Bewerbung gute Chancen, unter anderem deshalb, weil der IOC-Präsident Thomas Bach heißt. "Als oberster Hüter und Verteidiger der olympischen Idee muss es ihm doch auch gestattet sein, dass er das eigene Land ermutigt, sich dem Wettstreit auszusetzen", sagte die viermalige Weltmeisterin: "Ich sehe dies als Motivation. Dass Thomas Bach IOC-Präsident ist, das kann nur förderlich sein."

Einer deutschen Bewerbung für 2028 räumt Witt allerdings im Vergleich zu 2024 mit dem vermeintlichen Favoriten Boston die größeren Chancen ein. "Es muss klar sein, dass die Hürden für 2024 natürlich hoch sind und wir uns besonders strecken müssen. Die Konkurrenz ist groß und vielfältig", sagte sie.

Auch dieses Eingeständnis gehöre zu der Ehrlichkeit, mit der man gegenüber der Öffentlichkeit auftreten müsse: "Der US-Sender NBC hat mit dem IOC einen milliardenschweren TV-Vertrag abgeschlossen. Bei aller Leidenschaft und Emotion der Sportler muss man wissen: Am Ende sind die Olympischen Spiele ebenso ein Geschäft. Aber was ist negativ daran? Gar nichts."

Für Witt, Frontfrau der letztlich gescheiterten Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2018, ist die Ausdauer der Bewerber ein wesentlicher Punkt. München habe seinerzeit vor allem deshalb gegen Pyeongchang verloren, "weil die Südkoreaner sich zum dritten Mal beworben hatten. Sie haben nicht aufgegeben. Diese Ausdauer würdigt das IOC. Die Olympiabewerbung kann man auch mit der Karriere eines Weltklassesportlers vergleichen: Es dauert zehn, 15 Jahre, bis man an die Spitze gelangt."

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel