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Olympia 2024 in seiner Heimatstadt - für SPORT1-Gastkolumnist Moritz Fürste ein Traum. Der Hockey-Olympiasieger sagt, was er sich für die kommenden Monate wünscht und wie er seine eigene Rolle sieht.

Natürlich hat mir die Entscheidung des DOSB-Präsidiums gefallen. Mich freut es für meine Stadt, die Region, aber auch allgemein für Deutschland.

Im Vordergrund sollte stehen: Es können Olympische Spiele in Deutschland werden. Das ist ein Traum für uns alle.

Sowohl Hamburg als auch Berlin haben ein konkurrenzfähiges Konzept abgegeben. Am Ende hat aber die Zuversicht in Bezug auf den Volksentscheid eine ganz wesentliche Rolle gespielt.

In Hamburg gibt es zwar durchaus auch kritische Stimmen, aber die 64 Prozent Zustimmung lassen uns optimistischer an die Sache herangehen.

Berlins Konzept war nicht schlechter, sondern anders. Das Olympiastadion dort steht schon, die Modernisierung der übrigen Sportstätten wäre aber auch sehr teuer geworden. (KOMMENTAR: Mehr Begeisterung, Charme und Geld)

Das kann man nicht wegwischen. In Hamburg muss das Stadion noch gebaut werden, soll aber nach den Spielen als Leichtathletikstadion weiter genutzt werden. So etwas gibt es im ganzen Norden Europas noch nicht.

Hamburgs Bewerbung ist genau die richtige Antwort auf den Reformplan des IOC: weg vom Gigantismus, nachhaltigere Bauten, die sich auch besser in die Planung der Stadt einfügen.

Die meisten Gebäude hätte man ohnehin gebaut – mit der Bewerbung wird das lediglich beschleunigt.

Spiele auf dem Wasser, Alles in der Nähe der Innenstadt, das überzeugt. (SERVICE: Die wichtigsten Fragen zu Olympia 2024)  

Ich habe zweimal an den Spielen teilgenommen: In Peking war es aufgrund des Verkehrs unmöglich, sich die Stadt anzusehen, in London war das vom Olympiadorf aus ein halber Tagesausflug.

Hamburg hat in keiner Form übertrieben. Man nimmt es der Stadt ab, dass die Spiele hier hanseatisch-moderat geplant und durchgeführt werden.

Jetzt geht es aber erst richtig los. Der wichtigste Punkt in der nächsten Phase ist die Kommunikation.

Das Schlimmste, was passieren kann: wenn in den Stammtischen Deutschlands, aber vor allem in den stimmberechtigten Ländern mit Halbwissen argumentiert wird. (REAKTIONEN: Halten weiter dieses Eisen ins Feuer)

Die nötigen Informationen müssen die Bevölkerung erreichen. Und man muss sich mit den kritischen Stimmen auseinandersetzen. Denn es ist eine Jahrhundertchance für Hamburg.

Ich habe auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bei der Entscheidung gesehen, der sich sehr für Olympia in Deutschland ausgesprochen hat. Deshalb sehe ich eine mögliche Fußball-EM 2024 nicht als K.o.-Kriterium.

Grundsätzlich sollte man sich aber auch die Zeit für zwei Bewerbungszyklen geben.

Denn wenn wir 2024 scheitern, dann nicht hauptsächlich wegen einer Fußball-EM. Wir brauchen auch die Vision für 2028.

Ich unterstütze die Bewerbung gerne persönlich, dränge mich aber nicht in eine Aufgabe.

Ich freue mich einfach nur für meine Heimatstadt.

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