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Rio de Janeiro
Rio de Janeiro ist innerhalb von kurzer Zeit Austragungsort von zwei sportlichen Großereignissen © Getty Images

Der Austragungsort der olympischen Spiele 2016 macht weiter mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Der Erzbischof der Stadt an der Copacabana wird überfallen.

Die hohe Kriminalität auf den Straßen der Olympia-Stadt Rio de Janeiro macht rund 13 Monate vor der Eröffnungsfeier der Sommerspiele 2016 (5. August) auch vor hoher Prominenz keinen Halt.

Bislang noch unbekannte Täter überfielen nach Polizeiangaben am Sonntagabend im Norden der Metropole den Dienstwagen von Rio Erzbischof Orani Tempesta, raubten persönliche Gegenstände aller Insassen und entführten danach den Chauffeur samt der Limousine.

Zwar ließen die Diebe Tempestas Fahrer kurze Zeit später wieder frei, doch blieb das Fahrzeug zunächst verschwunden. Offiziellen Angaben zufolge blieben alle vier Opfer des Überfalls - der Geistliche war nach einem Gottesdienst in Begleitung von zwei italienischen Freunden - unverletzt.

Der Raub wirft rund 13 Monate vor den Sommerspielen an der Copacabana ein bezeichnendes Licht auf die prekäre Sicherheitslage in Rio. Bereits vor der Endrunde der Fußball-WM 2014 in Brasilien hatte die hohe Anzahl von Verbrechen in Rio sogar mit vereinzelten Todesopfern die Turnierorganisatoren lange Zeit in großer Sorge gehalten.

Vor den Olympia-Wettbewerben steigt die Mord- und Überfallrate auch außerhalb von Rios berüchtigten Elendsvierteln (Favelas) inzwischen wieder spürbar an, nachdem die Behörden im Vorjahr auch mit Unterstützung des Militärs die Sicherheitsmaßnahmen für die WM massiv erhöht hatten.

Tempesta wurde sogar schon zum zweiten Mal binnen Jahresfrist in seinem Auto überfallen. Im vergangenen September hatten Räuber seinen Wagen in Rios zentralem Santa-Teresa-Viertel gewaltsam gebremst, den Kardinalsring sowie Tempestas Kruzifix, eine Foto-Ausrüstüng und sogar die Robe eines angehenden Priesters gestohlen. Auch damals blieb der Erzbischof unverletzt.

Tempestas Büro betonte in einer Stellungnahme zum neuerlichen Überfall seine Verbundenheit mit den Menschen in seiner Kirchengemeinde: "Der Vorfall zeigt, in welch großer Nähe sich der Kardinal zur Lebenswirklichkeit der Menschen befindet."

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