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Das Olympiastadion in Tokio wird teurer als erwartet
Das Olympiastadion in Tokio wird teurer als erwartet © dpa Picture Alliance

Die Kostenexplosion für den Bau des neuen Olympiastadions in Tokio sorgt weiterhin für Proteste.

Japanische Politiker, Intellektuelle und die große Mehrheit der Bürger wehren sich gegen die Pläne, die vor den Sommerspielen 2020 Ausgaben von zwei Milliarden Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro) vorsehen.

Laut einer repräsentativen Umfrage der öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaft NHK sind 81 Prozent der Japaner über 20 Jahren gegen die Pläne.

Der japanische Sportminister Hakubun Shimomura hatte bereits Ende Juni mitgeteilt, dass das von Star-Architektin Zaha Hadid entworfene Stadion umgerechnet 650 Millionen Euro teurer wird als zunächst vorgesehen.

"Die Kosten sind auf 252 Milliarden Yen gestiegen. Wir hoffen, dass wir 20 Milliarden von privater Seite erhalten, damit die Belastung für die Steuerzahler im Rahmen bleibt", hatte Shimomura erklärt.

Der Neubau entsteht an der Stelle, wo das 1958 eröffnete alte Olympiastadion stand. Der Hauptaustragungsort der Spiele 1964 wurde abgerissen.

Der bekannte japanische Schriftsteller Keiichi Hirano hat kein Verständnis für die Unsummen, die im Gespräch sind.

"Die Regierung hält die Öffentlichkeit zum Narren. Diese Leute verstehen nichts", sagte der 40-Jährige.

Um die Kosten gibt es in der japanischen Hauptstadt seit Monaten Streit.

Nachdem Shimomura die Präfektur und die Stadt Tokio aufgefordert hatte, sich zu fast einem Drittel an den Kosten zu beteiligen, schimpfte Tokios Gouverneur Yoichi Masuzoe: "Die plötzliche Forderung nach über 400 Millionen Dollar ist ein unverantwortliches Verhalten der Regierung."

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