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Thomas Bach
IOC-Präsident Thomas Bach gibt die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 bekannt © Getty Images

Das IOC hat die Qual der Wahl zwischen Peking und Almaty.

Das Internationale Olympische Komitee gibt am Freitag ab 10.15 Uhr in Kuala Lumpur den Ausrichter der Olympischen Winterspiele 2022 bekannt.

"Wir haben in Peking und Almaty zwei hervorragende Kandidaten. Die Wahl wird nicht einfach sein", sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Erstmals wird der deutsche Ober-Olympionike dabei in seiner Funktion den berühmten Zettel mit dem Sieger aus dem Umschlag ziehen. Und obwohl die Wahl eigentlich noch nicht unter Bachs Reformagenda 2020 fällt, drängte das IOC darauf, dass sich beide Bewerber dennoch den Regeln unterwarfen.

Peking gilt bei der Vergabe vielen als Favorit. Der wohl größte Vorteil: Die chinesische Hauptstadt will 300 Millionen Landsleute an den Wintersport heranführen. Ein gigantischer Markt und eine große Verlockung für das IOC. Zudem hat die Metropole die Erfahrung der Sommerspiele 2008.

Von kompakten Spielen kann in diesem Fall aber keine Rede sein. In drei Regionen sollen die Spiele stattfinden, teilweise bis zu 160 Kilometer von Peking entfernt.

Die gigantischen Kosten für die Hochgeschwindigkeitsverbindungen dorthin sind aber nicht im Bewerbungsbudget von etwas über drei Milliarden Euro eingerechnet. Umgesiedelt werden müssten auch mehrere Dörfer, der Schnee in den nicht geraden hochalpinen Gemeinden müsste ohnehin zu einem hohen Anteil künstlich hergestellt werden. Umweltbelastungen inklusive.

Eine andere Herangehensweise verfolgt das seit Jahren autoritär von Präsident Nursultan Nasarbajew geführte Kasachstan: Alle Austragungsorte innerhalb von 30 Kilometern, Naturschnee und die Tradition als frühere Wintersporthochburg.

Doch auch in Kasachstan gibt es Probleme. Trotz des großen Reichtums an Bodenschätzen plagen das Land finanzielle Probleme.

Nasarbajew hielt sich zudem in den letzten Monaten auffallend zurück, wenn es um Olympia ging. Ein möglicher Grund: China investierte zuletzt viele Milliarden in ein Öl- und Gasfeld am kaspischen Meer. Ob Nasarbajew nach Kuala Lumpur reist, ist noch offen.

SPORT1 hält Sie mit der aktuellen Berichterstattung zur Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 auf dem Laufenden.

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