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IOC-Präsident Thomas Bach
Verpasste einen Termin: IOC-Präsident Thomas Bach. © Getty Images

Rio de Janeiro - War es der Jetlag oder doch ein Nationalgetränk? Das Fehlen von IOC-Präsident Thomas Bach bei einem Medien-Termin zum Stand der Vorbereitungen ein Jahr vor Olympia in Rio de Janeiro erregt die Gemüter.

War es tatsächlich die Caipirinha oder doch nur der Jetlag: Das Fehlen von IOC-Präsident Thomas Bach bei einem wichtigen Medien-Termin zum Stand der Vorbereitungen ein Jahr vor Olympia in Rio de Janeiro hat am Zuckerhut für Heiterkeit und flapsige Kommentare gesorgt. Das IOC widersprach der Version, wonach Bach den Termin verschlafen habe. Es sei nicht vorgesehen gewesen, dass der IOC-Präsident vor den Medien erscheinen solle, hieß es.

Bach sei nach dem langen Flug vom IOC-Gipfel in Kuala Lumpur "sehr, sehr müde", erzählte derweil Rios Bürgermeister Eduardo Paes den etwa 200 Journalisten bei dem Treffen im Olympiapark und brachte die Gerüchte-Lawine damit erst so richtig ins Rollen.

Bach hatte sich nach seiner Ankunft einen Tag zuvor noch in blendender Form präsentiert und sich am Strand beim Volleyball und Fußball ablichten lassen. Dabei soll der Fecht-Olympiasieger von 1976 allerdings auch den Nationalcocktail der Brasilianer genossen haben.

Nuzman: "Habe gestern mit ihm eine Caipirinha getrunken"

"Ich habe gestern mit ihm eine Caipirinha getrunken", sagte Rios OK-Chef Carlos Arthur Nuzman und goss damit noch mehr Öl ins Feuer. "30 Stunden Flug und ein brasilianischer Caipirinha machen Menschen müde", ergänzte Bürgermeister Paes flapsig, fügte aber schnell an, dass es Bach tatsächlich bei einer "Caipi" belassen habe.

Wenige Stunden nach jenem vieldiskutierten Termin nahm der erste deutsche IOC-Chef wie geplant an einem Treffen mit Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff teil und progostizierte der Ausrichter-Stadt eine gute Zukunft. "Die Spiele werden das größte Vermächtnis seit Barcelona 1992 hinterlassen. Es werden die integrierendsten Spiele der Geschichte", lobte der 61-Jährige.

Bach scherzt

Während Problemthemen wie die Verschmutzung der Guanabara-Bucht bei dem Show-Festakt mit Rousseff außen vorblieben, erwähnte Bach in seiner Ansprache die geschaffenen Arbeitsplätze sowie Investitionen und Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr. "Rio wird nach den Spielen viel besser sein", versprach der frühere Weltklasse-Fechter den Cariocas, den Bewohnern im Dunstkreis der Christus-Statue.

Da es wegen des kommenden Schaltjahres noch 366 Tage bis zur Eröffnungsfeier am 5. August 2016 im Maracana waren, scherzte Bach: "Damit haben sie einen Tag mehr zur Vorbereitung." Der Wettlauf gegen die Zeit war zuvor auch zentrales Thema in der kurzen Rede von Rousseff. "Wir werden weiter arbeiten, denn es gibt noch viel zu tun", mahnte die Staatschefin und versprach dann: "Rio wird ohne Zweifel seit dem antiken Griechenland das schönste Szenario, in dem die Spiele stattfinden."

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