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Alfons Hörmann
Alfons Hörmann ist Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes © Getty Images

Nach dem Nein von Hamburg zu Olympia 2024 macht sich Alfons Hörmann Gedanken über seinen Anteil an der gescheiterten Bewerbung. Er kündigt klärende Gespräche an.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann (55) will nach dem "Nein" der Hamburger auch seine eigene Rolle bei der gescheiterten Olympia-Bewerbung für 2024 hinterfragen.

"Jeder von uns hat allen Grund darüber nachzudenken, was habe ich dazu beigetragen - bin ich Teil der Lösung oder Teil des Problems?", sagte Hörmann.

Er kündigte für die DOSB-Mitgliederversammlung am Wochenende in Hannover eine entsprechende Debatte an: "Man muss sich darüber unterhalten, welche Dinge zu verändern sind, und das werden wir in der nötigen Offenheit und Professionalität tun."

Auch der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper zeigte sich selbstkritisch. "Natürlich fragt man sich, welche Fehler hat man selber gemacht", sagte Vesper, schloss zeitnahe personelle Konsequenzen jedoch aus: "Das braucht aber Zeit, darüber muss man in Ruhe nachdenken."

Rückhalt von Verbänden

Beide DOSB-Bosse erhielten Rückendeckung aus den mächtigen Spitzensportverbänden. "Ich habe volles Vertrauen in Alfons Hörmann und Michael Vesper. Hörmann ist gewählt, bewegt unheimlich viel und steht für mich völlig außer Frage. Vesper ist ein enormer Kämpfer für die Sache", sagte Siegfried Kaidel, Präsident des Deutschen Ruderverbandes (DRV) und Sprecher aller Spitzensportverbände: "Es gibt keinen Ansatz, irgendjemandem etwas vorzuwerfen oder zu sagen, irgendjemand muss weg."

Kaidel sagte, er sei "überzeugt, dass wir eine harmonische Mitgliederversammlung in Hannover hinbekommen werden". Er hoffe aber, dass "alle so vernünftig sind zu sagen, dass Olympia nun erst mal nicht kommen wird und nicht mehr lange darüber diskutieren".

Keine erneute Bewerbung

Vor allem Vesper hatte am Sonntagabend bereits wieder mit einer möglichen neuen Bewerbung geliebäugelt ("Darüber denken wir noch mal nach").

Kaidel erteilte dem eine klare Absage. "Auch wenn die Perspektive von Olympischen Spielen im eigenen Land nicht zu ersetzen ist: Wir müssen uns jetzt auf Rio konzentrieren und dann auf die Neuordnung der Spitzensportförderung."

Am Sonntag hatten sich die Hamburger in einem Referendum mehrheitlich gegen die Fortsetzung der Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 ausgesprochen. 51,6 Prozent der Wahlberechtigten stimmten gegen die Pläne für das Mega-Event.

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