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Thomas de Maiziere fordert Schulterschluss von Politik und Sport © Getty Images

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat nach dem Aus der Hamburger Olympiabewerbung einen Schulterschluss von Politik und Sport gefordert.

"Was wäre das für ein Bild, wenn wir den Sportlern jetzt zeigten, dass wir in Enttäuschung baden und uns in gegenseitigen Vorwürfen ergötzen. Wir sollten nach vorne blicken und gemeinsam an die Arbeit gehen. Es gibt viel zu tun", sagte de Maizière auf der 12. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Hannover.

Dem DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann, der die Mitglieder in Hannover mit einer kämpferischen Rede hinter sich vereinte, zollte er Respekt: "Das war eine Rede mit einem starken Führungsanspruch. Ich freue mich als Bundesinnenminister, dass Sie diesen Führungsanspruch wahrnehmen wollen."

Im Hinblick auf das nächste Großprojekt von Politik und Sport, die Neuordnung der Spitzensportförderung, forderte der CDU-Politiker vom Sport Geduld und konzeptionelle Vorarbeit: "Wie wir Fördermittel verabreden, können wir später bereden. Erst muss das Konzept stehen. Halten wir uns an das, was wir verabredet haben. Lassen wir uns nicht von Getöse ablenken."

De Maizière schloss aus, dass ausbleibende Medaillen für deutsche Spitzensportler künftig automatisch zu Kürzungen von Fördermitteln führen werden: "Das ist natürlich Unsinn. Förderung braucht einen langen Atem. Ein vernünftiges Konzept ist das beste Argument für mehr Geld."

Mit Sorge betrachtet de Maizière die Skandale in den internationalen Sportverbänden. "Wir müssen aufpassen, dass die Menschen sich nicht abwenden", sagte der für den Sport zuständige Minister und sprach von einer "neuen Dimension".

Zudem forderte de Maizière den DOSB auf, sich finanziell mehr für die Dopingopferhilfe zu engagieren. Der vom Innenministerium bereitgestellte Hilfsfonds in Höhe von zehn Millionen Euro sei ein "Zeichen, dass wir noch etwas gutzumachen haben". Er fände es "gut, wenn der deutsche Sport noch mehr dazu beitragen könnte".

Angesichts von Terrorgefahr und Flüchtlingskrise sicherte de Maizière dem Sport weiterhin die volle Aufmerksamkeit der Politik zu.

"Natürlich sind die Zeiten schwierig. Sie können sich aber darauf verlassen, dass ich und alle Sportminister sich nicht nur mit ganzer Kraft um das Thema Flüchtlinge kümmern. Andere wichtige Aufgaben werden mit gleicher Sorgfalt gelöst werden, sonst kriegen wir in diesem Land noch ganz andere Probleme. Dazu gehört auch der Spitzen- und Breitensport", sagte de Maizière.

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