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Rio
Rio de Janeiro muss seine Kosten senken © Getty Images

Die Generalproben für die Sommerspiele werden wohl ohne Zuschauer stattfinden. Hintergrund sind die massiven Sparmaßnahmen der Organisatoren.

Knapp 200 Tage vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro setzen die Organisatoren immer rigoroser den Rotstift an.

Neueste Einsparmaßnahme: Dutzende Testwettkämpfe sollen entgegen ursprünglicher Planungen ohne Zuschauer stattfinden.

"Testevents mit öffentlichem Publikum sind teuer", sagte Mediendirektor Mario Andrada.

Insgesamt 45 Testwettkämpfe waren unter dem Titel "Aquece Rio" ("Erwärme Rio") geplant.

Doch laut der Tageszeitung Estado de Sao Paulo können nur noch beim Weltcup der Wasserspringer (19.-24. Februar) und dem Probelauf der Kunstturner (16.-24. April) die heimischen Fans diesem Motto folgen.

Olympischen Vorgeschmack bekommen sie sonst nur noch bei Wettkämpfen unter Federführung nationaler oder internationaler Verbände.

"Wir gehen davon aus, dass diese Anzahl für die Vorbereitung auf die Spiele angemessen ist. Das ist Rationalisierung", sagte Andrada.

Die Organisatoren dürfen die 7,4 Milliarden Real des Comite-Etats, derzeit umgerechnet rund 1,68 Milliarden Euro, u.a. für den operativen Bereich der Spiele sowie Transport und Unterbringung von Delegationen und Journalisten, nicht überschreiten.

Erst am Donnerstag, eine Woche nach dem Vertragsbruch mit dem für die Errichtung des olympischen Tenniscenters zuständigen Bau-Konsortiums, hatte die Stadtregierung von Rio auch dem Bau-Unternehmer am Reitpark gekündigt.

Obwohl an beiden Wettkampfstätten für die Olympischen Sommerspiele bereits Testevents stattfanden, liegen die beauftragten Firmen im Zeitplan zurück.

Laut der städtischen Olympiagesellschaft EOM sind am Centro Olímpico de Tênis im Stadtteil Barra da Tijuca, das ursprünglich im vergangenen September fertiggestellt sein sollte, erst 90 Prozent der Bauarbeiten vollendet.

Zum Pferdesportzentrum im Stadtteil Deodoro, das lediglich für die Anforderungen der Spiele umgebaut wird, gibt es keine offiziellen Zahlen zum Bau-Fortschritt.

Die für die Reitanlage zuständige Firma Ibeg, die zudem eine Strafe von umgerechnet 2,3 Millionen Euro zahlen soll, klagt ihrerseits die zuständige Stadtbehörde an, Pläne nicht zu genehmigen und mit Zahlungen im Rückstand zu sein.

Ibeg bildet auch mit den Firmen Tangran und Damini das für das Tenniszentrum verpflichtete Bau-Konsortium (ITD).

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