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Rio
Hier sollen bei Olympia in Rio die Segelwettbewerbe stattfinden © Getty Images

Nächste Schreckensmeldung aus dem olympischen Segelrevier. Eine brasilianische Website postet ein Foto eines abgetrennten Arms.

Im Segelrevier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) ist anscheinend ein abgetrennter menschlicher Arm gesichtet worden. Die brasilianische Website Globo.com veröffentlichte das Foto eines Lesers, auf dem ein in einer schaumigen Brühe schwimmender Arm zu sehen war. 

"Es ist absurd, aber wir sehen ständig solche Dinge in der Bucht, auch eine Menge Müll, Gegenstände oder tote Hunde", wurde der Leser, der anonym bleiben wollte, zitiert: "Vor fünf Jahren und im vergangenen Jahr habe ich auch Leichen im Wasser schwimmen sehen."

Der neuerliche spektakuläre Fund rief umgehend Umweltaktivisten auf den Plan, die am Botafogo-Beach die verdreckte Bucht symbolisch beerdigten - mit einer Toilettenschüssel, einem amputierten Arm aus Plastik sowie weiterem Unrat. "Die Regierung tut nichts, es ist empörend, diese Bucht stirbt sozusagen an multiplem Organversagen", erklärte dazu Aktivistensprecher Mario Moscatelli.

Douglas Moura, Präsident eines am Ufer der Guanabara-Bucht angesiedelten Kanuklubs, machte deutlich, dass unabhängig von der gesundheitlichen Gefährdung der Olympiasegler ein fairer sportlicher Wettkampf fraglich sei: "Manchmal erleben wir so viel Treibgut im Wasser, dass die Boote nahezu stehenbleiben."

Der Bericht ist ein weiterer Rückschlag für die Organisatoren, für die sich die verseuchte und verdreckte Guanabara Bucht immer mehr zum Albtraum entwickelt. Seit Monaten produziert die Bucht als "Kloake Rios" immer wieder Negativschlagzeilen, die von den Behörden versprochene Reinigung des Gewässers schreitet offenbar nicht voran.

In der vergangenen Woche hatte sich Deutschlands Segler des Jahres Heiko Kröger nach Testfahrten in der Bucht bestürzt gezeigt. "Hausmüll, Fäkalien, tote Ratten und Fische und Präservative - das ist schon sehr ekelig", sagte der 49-Jährige: "Es gäbe viele gute Gründe für einen Boykott."

Nun meldete sich auch ein brasilianischer Spitzenseglerin mit Kritik zu Wort. "Das Wassser ist verdreckt, und es stinkt an manchen Tagen", sagte die ehemalige 49er-Weltmeisterin Martine Grael: "Da muss man nicht studiert haben, um zu sehen, dass es nicht gut läuft." Sie habe fast nichts feststellen können, das für die Säuberung der Lagune getan würde.

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