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Ysra Mardini flüchtete mit ihrer Schwester nach Deutschland © twitter.com/iocmedia

Die in Berlin lebende syrische Schwimmerin Ysra Mardini will bei Olympia in Rio für das neu gegründete Flüchtlingsteam des IOC starten.

Die syrische Schwimmerin Ysra Mardini hat vor ihrem möglichen Start für das neue IOC-Flüchtlingsteam bei den Olympischen Spielen in Rio (5. bis 21. August) ein klares Ziel vor Augen.

"Ich hoffe, dass die Flüchtlinge auf der ganzen Welt stolz auf mich sein können. Ich will zeigen, dass man auch bei Krieg und Flucht etwas erreichen kann, wenn man darum kämpft", sagte die 18 Jahre alte Neu-Berlinerin am Freitag vor über 100 Journalisten aus aller Welt in ihrer Wahlheimat.

Mardini gehört zu den 43 Kandidaten des Internationalen Olympische Komitee (IOC) für eine ROA-Mannschaft (Refugee Olympic Athletes) bei den Sommerspielen in Brasilien. Ihr Auftritt in der deutschen Haupstadt war der erste öffentliche Termin eines ROA-Kandidaten und löste ein riesiges Medieninteresse aus.

Dass sie als eine von fünf bis zehn Athleten des Flüchtlingsteams in Rio womöglich gegen eine syrische Landsfrau antreten muss, ist für die Schülerin kein Problem.

Flucht mit der Schwester nach Deutschland

"Ich freue mich darauf. Ich habe mit den Schwimmerinnen in Syrien schon darüber gesprochen. Wir sind ja befreundet", sagte Mardini. Die Syrerin war unter abenteuerlichen Bedingungen gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Sarah in 25 Tagen nach Deutschland geflüchtet.

Die Flüchtlinge starten in Rio unter der olympischen Flagge. Das IOC stellt Trainer sowie  Betreuer und vermittelt derzeit Trainingsangebote. "Wir betreuen diese Athleten, wollen sicher gehen, dass sie einen bestimmten Leistungsstandard erreichen", sagte IOC-Direktor Pere Miro. 

Die Kandidatensuche geht weiter

Wie Miro weiter erklärte, sei die Suche nach Kandidaten abgeschlossen. Nur noch in besonderen Fällen könne eine Tür noch aufgehen. Bei den ausgewählten Anwärtern auf einen Platz im ROA-Team handele es sich zu einem großen Teil um Schwimmer und Leichtathleten, allein 23 von ihnen kommen aus einem Flüchtlingscamp im Nordwesten Kenias.

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