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Michael Vesper ist Vorstandsvorsitzender des DOSB
Michael Vesper ist Vorstandsvorsitzender des DOSB © Getty Images

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat seinen so genannten "Zielkorridor" für die Sommerspiele angepasst und reist mit leicht erhöhten Medaillen-Erwartungen nach Rio de Janeiro.

Statt des ursprünglich im Juni 2013 formulierten Ziels von 40 bis 70 Medaillen peilt der Dachverband nun 42- bis 71-mal Edelmetall an.

Gesteigerte Medaillenerwartungen in den neuen Vorgaben, die dem SID vorliegen, werden an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gerichtet. Der DFB hat sich in der Zwischenzeit mit Frauen- und Männerteam für Rio qualifiziert und soll möglichst zweimal Edelmetall statt ursprünglich eine Medaille aus Rio mitbringen.

Erhöhte Anforderungen gehen zudem an die Modernen Fünfkämpfer, die nun eine Medaille holen sollen. Vom arg gebeutelten Deutschen Fechter-Bund etwa werden statt zwei bis drei Medaillen dagegen nur noch zwei erwartet.

Auch der "Finalplatzkorridor" veränderte sich leicht: Statt 152 bis 182 Plätzen unter den besten Acht werden nun 149 bis 181 angestrebt. Den Medaillenkorridor sollen vor allem die Kanuten (6 Medaillen), Radfahrer (5 bis 9 Medaillen), die Leichtathleten (4 bis 6) und die Schwimmer (3 bis 7) mit Edelmetall füllen.

Mit der Korridorlösung hatte der DOSB vor mehr als drei Jahren auf seine viel diskutierte Fehleinschätzung vor den Olympischen Spielen in London reagiert, als konkret 86 Medaillen angestrebt worden waren, davon 28 goldene. Unter dem Strich holte das Londoner Olympiateam aber nur 44 Medaillen (11/19/14).

"Wir streben an, dass die deutsche Olympiamannschaft nach London 2012 mit 44 Medaillen und 81 Finalplätzen den positiven Trend fortsetzt und die Zahl der Medaillen und Finalplätze weiter steigert. Das ist ein ehrgeiziges Ziel", sagte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper 2013 anlässlich der Vorstellung der Zahlen: "Wir sind nicht größenwahnsinnig und gehen mit Augenmaß heran."

Bei den Winterspielen in Sotschi war die schwammige Korridorvorgabe ein zu ehrgeiziges Ziel für die deutsche Mannschaft. 27 bis 42 Medaillen waren angestrebt worden, am Ende standen 19 (8/6/5).

Die deutsche Medaillenausbeute bei Sommerspielen ist seit der Wiedervereinigung fallend, zumindest bei der Gesamtmedaillenzahl wurde der Abwärtstrend in London gestoppt. Dennoch setzen auch diese Zahlen den DOSB in den laufenden Gespräche mit dem Bundesinnenministerium über eine Leistungssportreform, die nach den Spielen in Rio greifen soll, zusätzlich unter Druck.

Die Medaillenbilanz der vergangenen Sommerspiele:

London 2012: 44 (11/19/14), Platz 6

Peking 2008: 41 (16/10/15), Platz 5

Athen 2004: 49 (13/16/20), Platz 6

Sydney 2000: 56 (13/17/26), Platz 5

Atlanta 1996: 65 (20/18/27), Platz 3

Barcelona 1992: 82 (33/21/28), Platz 3

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