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Markus Rehm
Markus Rehm hofft auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen © Getty Images

In den Fall Markus Rehm kommt offensichtlich Bewegung: Die lange erwartete Studie im Hinblick auf mögliche Wettbewerbs-Vorteile des unterschenkelamputierten Weitspringers und Paralympics-Siegers steht in den Startlöchern, die Ergebnisse sollen Anfang Juni in Köln präsentiert werden.

Die Studie könnte darüber Aufschluss geben, ob ein Start des Prothesenspringers bei den Olympischen Spielen in Rio (5. bis 21. August) möglich ist.

Rehm, die Sporthochschule Köln und der Deutsche Behindertensportverband gaben am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung Einzelheiten zu der Studie bekannt, in der herausgearbeitet werden soll, ob und inwiefern die Leistungen des Leverkuseners mit denen nicht gehandicapter Athleten vergleichbar sind und ob der vom Internationalen Leichtathletik-Verband IAAF unterstellte Vorteil vorliegt.

Die wissenschaftliche Untersuchung wird zunächst für Inhalte einer japanischen TV-Sendung von Wissenschaftlern aus Köln, Tokio und Boulder/Colorado durchgeführt.

Für die Sendung soll vor allem geklärt werden, warum Rehm so viel weiter als andere Athleten mit vergleichbarer Behinderung springt und auch mit den besten Springern der Welt ohne Behinderung mithalten kann.

Ob Rehm mit der Studie seine Teilnahme an Olympia überhaupt erstreiten könnte, bleibt allerdings unklar. Die IAAF hat zwar eine Arbeitsgruppe gebildet, die über die Erlaubnis von Prothesen in Wettbewerben von Nichtbehinderten entscheiden will.

Das erste Treffen des Kreises findet aber erst am Mittwoch, 20. April, in Monaco statt. Bislang ist noch nicht klar, was genau Rehm überhaupt nachweisen muss.

Rehm war 2014 sensationell deutscher Meister im Weitsprung geworden und hatte dadurch große Diskussionen ausgelöst. Für die Freiluft-EM war er später nicht nominiert worden, 2015 startete er bei den deutschen Meisterschaften in einer getrennten Wertung. Mit seiner Bestleistung von 8,40 m könnte er in Rio um eine Olympia-Medaille kämpfen.

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