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Thomas Bach (r.) ist seit 2013 IOC-Präsident
Thomas Bach (r.) ist seit 2013 IOC-Präsident © Getty Images

IOC-Präsident Thomas Bach soll dem Weltverband IAAF angeblich gedrängt haben, den Start russischer Athleten in Rio zu ermöglichen. Die IAAF äußert sich zurückhaltend.

Nach Informationen des ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt soll IOC-Präsident Thomas Bach Druck auf den Weltverband IAAF ausgeübt haben, um den Start russischer Leichtathleten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zu ermöglichen.

In einem Gespräch mit dem IAAF-Präsidenten Sebastian Coe soll Bach demnach unter anderem zum Ausdruck gebracht haben, dass die Teilnahme der Russen wünschenswert und politisch unabdingbar sei. Coe habe den Informationen zufolge zugesagt, seinen Einfluss geltend machen zu wollen. (Coe im SPORT1-Interview: "Werde Doping-Kampf anführen)

Auf Anfrage Seppelts äußerten sich sowohl die IAAF als auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) zurückhaltend und eher allgemein.

"In Gesprächen mit internationalen Verbandspräsidenten vertritt der IOC-Präsident, unabhängig von Nation und Sportart, immer den in der Olympischen Agenda 2020 niedergelegten Grundsatz des Schutzes der sauberen Athleten und der Verbesserung und Intensivierung des Kampfes gegen Doping", teilte ein IOC-Sprecher mit: "Die Anwendung dieser Grundsätze sind auch Gegenstand von Gesprächen mit dem Präsidenten der IAAF, Sebastian Coe."

Zudem hieß es in der Stellungnahme weiter, dass Bach stets deutlich mache, dass zum Schutz sauberer Athleten eine konsequente und harte Bestrafung des Dopings überführter Athleten und ihrer Hintermänner absolut unabdingbar sei. "Zugleich gehört zum Schutz der sauberen Athleten, dass diesen - wie jedem Bürger - individuelle Gerechtigkeit gewährt wird."

Die IAAF verwies auf auf die Tätigkeit der unabhängigen Taskforce. Deren Ergebnisse sollen die Basis für eine Entscheidung pro oder contra Russland  bilden.

Am 17. Juni trifft die IAAF in Wien ihre Entscheidung, ob der derzeit wegen massiver Dopingvergehen suspendierte Leichtathletik-Verband RUSAF wieder aufgenommen wird. Nur dann ist ein Start russischer Leichtathleten bei den Spielen in Rio möglich.

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