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Fritz Sörgel fordert eine Reaktion auf Russlands Staatsdoping
Fritz Sörgel fordert eine Reaktion auf Russlands Staatsdoping © imago

Fritz Sörgel rechnet bei den Olympischen Spielen in Rio mit verseuchten Wettkämpfen. Der Doping-Experte hofft weiter auf eine harte Strafe für Russland.

Doping-Experte Fritz Sörgel fordert den Ausschluss russischer Leichtathleten von den Olympischen Spielen, erwartet aber auch ohne russische Läufer, Springer und Werfer verseuchte Wettkämpfe in Rio de Janeiro (5. bis 21. August).

"Es werden wieder Olympische Doping-Spiele, ohne dass es viele positive Tests geben wird. Dazu sind die Sportler und ihre Berater zu clever", sagte Sörgel im Interview mit der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.

Der renommierte Pharmakologe hofft auf eine harte Strafe für Russland: "Auf Staatsdoping muss reagiert werden. Nur das wäre anderen Ländern, in denen auch gedopt wird, eine Warnung."

Gleichzeitig kritisierte Sörgel Bundesinnenminister Thomas de Maiziere für dessen Forderung, deutsche Athleten müssten in Brasilien ein Drittel mehr Medaillen als 2012 in London gewinnen – damals waren es 44.

"Wenn die Sportler diese Forderung ernst nehmen, ist es nicht nur eine Aufforderung zu dopen, sie werden dann sogar unter Druck gesetzt, dies zu tun. Diese Aussage ist völlig inakzeptabel, auch angesichts der relativ bescheidenen finanziellen Unterstützung, die der Staat dem Sport gewährt", erklärte Sörgel.

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