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Witali Mutko
Witaly Mutko ist Russlands Sportminister © Getty Images

Nachdem russische Athleten auch bei Olympia in London gedopt haben, wachsen selbst bei Russlands Sportminister die Zweifel an einem Start der Leichtathleten in Rio.

Für den russischen Sport wird die Lage immer prekärer. Auch von den nachträglich erwischten Doping-Sündern der Olympischen Spiele 2012 in London stammt wieder mehr als ein Drittel aus dem Riesenreich. Nun zeigt sogar Russlands Sportminister Witali Mutko Anzeichen von Resignation.
"Das schlechteste Szenario ist denkbar", sagte Mutko dem russischen Sender Matsch-TV hinsichtlich der drohenden Suspendierung heimischer Leichtathleten von den Olympischen Spielen in Rio (5. bis 21. August).

Der Schönredner ändert seine Meinung

Bislang trat Mutko meist als Schönredner auf, der seine Athleten auch bei härtesten Verstößen gegen die internationalen Anti-Doping-Richtlinien noch in Schutz nahm.
Mutko unterstrich allerdings auch die jüngsten Anstrengungen seines Landes im Kampf gegen Doping.

"Wir haben alles getan, was möglich ist", behauptete der Minister. Sein Land habe Führungspersonen im Verband ausgetauscht, Sportler disqualifiziert und Kandidaten für Rio durch ein
international anerkanntes Anti-Doping-Programm mit drei Kontrollen geschickt.
Ob das reicht, wird sich zeigen. Erst eine Woche zuvor waren bei 454 Nachtests der Spiele 2008 in Peking 32 Sportler positiv getestet worden, davon stammten 14 aus Russland. Mutko ärgerte sich darüber, dass die Namen der Athleten in der Presse auftauchten.

Auch Medaillengewinner unter den Überführten?

Zu den überführten Athleten von Peking sollen Hochsprung-Star Anna Tschitscherowa (Bronze), 4x100m-Staffelolympiasiegerin Julia Tschermoschanskaja oder die spätere Speerwurf-Weltmeisterin Marija Abakumowa gehören, die in Peking Silber vor Christina Obergföll gewann.

Der russische Leichtathletik-Verband RUSAF hatte erklärt, all seinen Sportlern mit Dopingvergangenheit die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro verwehren zu wollen.

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