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Clemens Prokop ist Präsident des DLV
Clemens Prokop ist Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes © Getty Images

Der Vorsitzende des Deutschen Leichtathletik-Verbandes schlägt sich auf die Seite der Whistleblowerin Stepanowa. Ihr Start bei Olympia müsse sichergestellt werden.

Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), hat mit Unverständnis auf das drohende Olympia-Aus für die russische Whistleblowerin Julia Stepanowa reagiert.

"Das widerspricht eindeutig der Entscheidung der IAAF. Ihr Start muss sichergestellt werden, alles andere wäre ein Schlag ins Gesicht derer, die gegen Doping kämpfen", sagte Prokop.

Das Internationale Olympische Komitee hatte am Dienstag entschieden, dass Russlands Olympia-Komitee die Leichtathleten für Rio de Janeiro nominieren soll.

Die russische Mittelstrecklerin, durch deren Enthüllungen der Doping-Skandal in ihrem Heimatland ins Rollen gekommen war, hatte sich zuletzt Chancen auf einen Rio-Start durch die vom Leichtathletik-Weltverband IAAF verabschiedete Ausnahmeregel ausgerechnet, die explizit auf ihre Person Bezug nimmt. Doch das russische NOK dürfte die mittlerweile in den USA lebende Sportlerin für die Spiele kaum nominieren.

Generell unterstützt Prokop die vom IOC am Dienstag in Lausanne getroffenen Entscheidungen.

"Grundsätzlich begrüße ich, dass Sportler aus Russland und Kenia nicht pauschal startberechtigt sind, sondern die Startberechtigung im Einzelfall geprüft wird", sagte Prokop: "Diese Prüfung muss mit großer Sorgfalt geschehen, und entscheidend ist bei den nachzuweisenden Tests nicht die Phase unmittelbar vor den Sommerspielen in Rio sondern die harte Trainingsphase im Winter 2015/16."  

Dass russische Leichtathleten nicht unter der olympische Flagge, sondern unter jener Russlands antreten sollen, sieht Prokop weniger kritisch: "Für mich persönlich ist die Frage der Flagge zweitrangig. Entscheidend ist, dass Chancengleichheit herbeigeführt wird, indem nur Athleten am Start sind, die sich unter vergleichbaren Bedingungen vorbereitet haben."

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