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IOC-Präsident Thomas Bach (l.) bekam Post von 14 nationalen Anti-Doping-Agenturen
IOC-Präsident Thomas Bach muss darüber entschieden, ob Russland an Olympia teilnehmen darf © Getty Images

Noch immer sitzt der Schock tief. Gegen den von der IAAF auferlegten Olympia-Bann will sich Russland wehren. Das Parlament bezeichnet den Beschluss als "Rückfall".

Mit einer scharf formulierten Resolution hat Russlands Duma den Olympia-Ausschluss der einheimischen Leichtathleten wegen systematischen Dopings verurteilt.

In der einstimmig verabschiedeten Erklärung bezeichneten die 429 Abgeordneten des Parlaments die Entscheidung des Weltverbandes IAAF als "Unterdrückung". Der Rio-Bann für alle russischen Leichtathleten durch "Sportbürokraten" sei, hieß es weiter, "eine Vorverurteilung aufgrund von Nationalität" und ein "Rückfall in die Zeiten der Inquisition und totalitärem Regime".

Durch den IAAF-Beschluss werde "der Sport als Instrument einer politischen Schlacht" missbraucht.

"Unterdrückung von Athleten"

Der Entscheid sei eine "Unterdrückung von Athleten, die nie in unfaire Machenschaften verwickelt gewesen sind", und untergrabe die olympische Bewegung.

Der Kritik an den internationalen Sport-Organisationen zum Trotz riefen die Mitglieder der unteren Parlamentskammer allerdings auch zu einer nochmaligen Überprüfung des Rio-Ausschlusses auf: "Das russische Parlement hofft, dass der Gemeinschaftssinn über die Emotionen die Oberhand gewinnt und eine objektive Entscheidung getroffen wird."

Der IAAF-Beschluss vom vergangenen Freitag auf Grundlage eines umfassenden Task-Force-Berichtes lässt lediglich russischen Leichtathleten "ohne Verbindung zum System" die Chance auf einen Olympia-Start unter neutraler Flagge. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat bereits klargestellt, die IAAF-Haltung zu unterstützen und sie nicht infrage stellen zu wollen.

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